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Pilgern und Wallfahren in der Schule

Eine Option für Schule und Schulpastoral

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Andreas Gautier

Die Untersuchung beschäftigt sich mit den Schulfahrten an den Katholischen Gymnasien im Bistum Osnabrück und stellt die Frage, ob diese damit ihrem schulischen Auftrag nachkommen. Dabei trägt der Autor zunächst zur Weiterentwicklung der Pilger- und Wallfahrtstheologie bei, indem er die Ursprünge des Pilgerns und des Wallfahrens herleitet, in den Kontext der Kirchengeschichte stellt und sie an den Erfahrungen der untersuchten Schulfahrten reflektiert. Er plädiert hier für eine Differenzierung zwischen Pilgern und Wallfahren, die sich in unterschiedlichen Konzepten der Durchführung niederschlägt. Um die Frage nach der Relevanz für eine Pilger- oder Wallfahrt an einer Schule zu beantworten, zeigt Andreas Gautier zunächst die Motivation von Schulgründungen auf. Hier werden Unterschiede zwischen Katholischer Kirche und Staat als Träger deutlich. Diese umfassen das Bildungs- und Erziehungsverständnis, was wiederum unterschiedliche Antworten auf die Frage liefert, ob Pilgern oder Wallfahren dem schulischen Auftrag gerecht wird. Der empirische Teil, dem eine quantitative Erhebung zugrunde liegt, untermauert diese Herleitung und zeigt weitergehende Implikationen für eine Umsetzung auf.

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2 Pilgern und Wallfahren

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In diesem Kapitel soll die Geschichte des Pilgerns und Wallfahrens im christlichen Kontext nicht grundsätzlich und in aller Ausführlichkeit dargestellt werden. Vielmehr geht es um ein Aufzeigen von Ursprüngen, Entwicklungen, der gelebten Praxis und der Frage, was heute unter Pilgern und Wallfahren im christlichen Kontext zu verstehen ist, bzw. verstanden wird.

Zunächst wird dazu der Ursprung der Wallfahrtspraxis in der jüdischen Tradition aufgezeigt. Die Wallfahrt zum Jerusalemer Tempel unterstützte die Ausbildung einer gemeinsamen Identität und einte das Volk. Die junge Kirche fand sich dann in einer Situation wieder, die einerseits aufgrund des zerstörten Tempels keine Wallfahrten möglich machte, andererseits aber aufgrund johanneischer Theologie den Tempel als zentrales Heiligtum auch nicht mehr benötigte.

Mit dem Wegfall der jüdischen Verpflichtung zu jährlicher Wallfahrt traten vier Dynamiken auf. Zum Ersten eröffnete dies die Möglichkeit einer freiwilligen Fahrt, die zu individuellen Pilgerreisen führte. Diese Dynamik wurde von Traditionen aus dem hellenistischen Kulturkreis unterstützt. Zum Zweiten ermöglichten die beiden Arten des Unterwegsseins (individuell und gemeinschaftlich) im Laufe der Kirchengeschichte eine Unterstützung des Glaubens und der Gläubigen, die mit der jeweiligen Epoche korrespondierte. Zum Dritten konnte „Pilgern“ und „Wallfahren“ für einen metaphorischen Sprachgebrauch übernommen werden, was sich in den Konzilstexten niederschlägt. Und zum Vierten mussten sich die Wallfahrt und das Pilgern der Kritik stellen, inwiefern diese überhaupt in Glaube und Theologie zu verorten sind. Diesen Dynamiken soll im Folgenden...

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