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Kaisertum, Papsttum und Volkssouveränität im hohen und späten Mittelalter

Studien zu Ehren von Helmut G. Walther

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Edited By Stephan Freund and Klaus Krüger

Kaisertum, Papsttum und Volkssouveränität im hohen und späten Mittelalter sind zentrale Aspekte des wissenschaftlichen Œuvres von Helmut G. Walther. Aus methodisch und inhaltlich ganz unterschiedlichen Perspektiven wenden sich die einzelnen Autoren in ihren Beiträgen diesen Themen zu und bringen damit zugleich ihre langjährige Verbundenheit mit Helmut G. Walther zum Ausdruck. Die deutsche Königserhebung, das Verhältnis des Papsttums zu den deutschen Fürsten, die politische Theorie Wilhelm von Ockhams, die Symbolik des Reichs in Hansestädten, der Beitrag scholastischer Theologen zum werdenden Staat der Moderne sowie Wissen als soziales System stehen im Mittelpunkt der Untersuchungen.

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„Ius et potestas principum“: Die päpstliche Politik gegenüber den deutschen Fürsten. Theorie und Praxis zwischen 1198 und 1254 (Robert Gramsch)

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Robert Gramsch

„Ius et potestas principum“: Die päpstliche Politik gegenüber den deutschen Fürsten. Theorie und Praxis zwischen 1198 und 1254

Zu den Schlüsseldaten der hochmittelalterlichen deutschen Geschichte gehört das Jahr 1198, das Jahr der Doppelwahl Philipps von Schwaben und Ottos IV. zu Römischen Königen. Der nachfolgende staufisch-welfische Thronstreit stürzte das Reich in eine tiefe Krise1. Und einige Jahrzehnte später gaben der Ausgang der Staufer sowie der Ausbruch des Interregnums dem alten hegemonialen Kaisertum endgültig den Rest, die „Schwelle zwischen dem einen Reich welches ehemals war, und den vielen Ländern, welche nun werden“ wurde in dieser Zeit endgültig überschritten2. ← 61 | 62 →

Wir wissen heute, dass dieses Bild einer von den Fürsten überwältigten Zentralgewalt zu glatt ist. „Konsensuale Herrschaft“, die der König im Verbund mit den Fürsten und keineswegs selbstherrlich praktizierte, war schon zu Zeiten Friedrich Barbarossas, eigentlich seit jeher, politische Realität im Reich3. Die politischen Kräfteverhältnisse, das Fehlen eines administrativ-repressiven Apparats, der dem Königtum ein Herrschen ohne Zwischengewalten erlaubt hätte, ließen gar nichts anderes zu. Dennoch bildet das Jahr 1198 eine Wasserscheide. Denn mit Ausbruch des Thronstreits, in dem sich die Fürsten des Reiches in zwei verschiedenen Lagern zu sammeln begannen und jeder der Prätendenten um Anerkennung ringen mußte, trat der Reichsfürstenstand stärker als je zuvor ins Zentrum der Politik und in den Fokus der...

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