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Gott bleibt Israel treu

Die Bundesbeziehung Gottes zu Israel im Sinaibund als Argumentationsgrundlage in Römer 9–11

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Benjamin Lange

Die Kapitel 9–11 des Römerbriefes sind für die Frage nach der Bedeutung Israels im Neuen Testament von zentraler Bedeutung. In welcher Weise Paulus dabei das Alte Testament verwendet, ist in der Forschung jedoch umstritten. In dieser Studie wird anhand der Zitate aus dem Kontext des Sinaibundes untersucht, inwieweit Paulus auf die alttestamentlichen Aussagen zur Bundesbeziehung Gottes zu Israel zurückgreift. Dazu wird die Bundesbeziehung in ihrem alttestamentlichen Kontext, ihrer Rezeption im Frühjudentum und schließlich in ihrer argumentativen Funktion in Röm 9–11 analysiert. Es zeigt sich, dass die alttestamentlichen Kernaussagen zur Bundesbeziehung Paulus weitreichend geprägt haben und wesentlich der Überzeugung sind, dass Gott Israel nicht verstoßen hat.

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11. Die Bundesbeziehung in Röm 11

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11. Die Bundesbeziehung in Röm 11

In Röm 10,14–21 hatte Paulus durch die Argumentation in Form einer anadiplosis jede Möglichkeit der Entschuldigung für den Unglauben (10,16) und Ungehorsam (10,21) Israels dem Evangelium gegenüber abgewiesen. Die damit ausgedrückte Schuldzuweisung wurde dadurch noch verstärkt, dass Israel nach Paulus schon vorher „erkannt“ hatte, dass es Gott ungehorsam sein wird, während Gott sich den Heiden als einem Nicht-Volk zuwendet, um Israel zur Eifersucht zu reizen (10,19–20). Insbesondere das in Röm 10,14–21 gezeichnete Bild, wie auch die Ausführungen in Röm 9,6–10,21 in ihrer Gesamtheit könnten zu dem Eindruck führen, Gott habe Israel endgültig verstoßen. Römer 11 beginnt als Ausgangspunkt mit dieser Frage und zeigt durch einen großen Argumentationsbogen, dass dem nicht so ist. Dazu stellt Paulus in 11,1–7 zunächst sich selbst als Beweis dafür hin, dass Israel nicht völlig verstoßen sein kann. Er selbst (11,1) wie auch die an Christus gläubigen Juden (vgl. 11,5–6) sind der Beweis dafür, dass Gott weiter gnädig an Israel handelt, auch wenn die Mehrheit des Volkes von Gott verstockt wurde (11,7–10). Indem Gott als verantwortlich nicht nur für die gnädige Auswahl des Überrestes (11,6), sondern auch für die Verstockung des übrigen Volkes (11,7–8) gezeigt wird, provoziert Paulus die Frage nach...

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