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Neue Wege zur Verbvalenz I

Theoretische und methodologische Grundlagen

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Maria José Domínguez Vázquez, Ulrich Engel and Gemma Paredes Suárez

Dieses Buch bietet einen Gesamtüberblick über die Entwicklung der Dependenz- und Valenzgrammatik sowie des Valenzbegriffes. Veranschaulicht am Sprachenpaar Deutsch-Spanisch eröffnet es neuartige Wege zur Beschreibung der Verbvalenz. Besonderen Eingang finden die unterschiedlichen Ansätze im Rahmen der Valenzgrammatik, der Zusammenhang zwischen der Valenztheorie und anderen Theorien, die häufig genannten Beschreibungsgrenzen der Valenztheorie und die damit zusammenhängenden Missverständnisse. Neben der kontrastiven Darstellung der Verbvalenz unter Berücksichtigung lexikographischer und grammatischer Aspekte erläutern die Autoren das lexikographische Verfahren, das der Erstellung des «Verbvalenzlexikons Deutsch-Spanisch» im zweiten Band zugrunde liegt.

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2. Worum es geht

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2. Worum es geht

Seit einem halben Jahrhundert ist die Verbvalenz Objekt zahlreicher linguistischer Forschungen und Beschreibungen. Das ist nicht verwunderlich, denn beim Verb handelt es sich um die interessanteste aller Wortklassen. Vor allem hinsichtlich der Valenz zeigt das Verb die vielfältigsten und interessantesten Beziehungen im Satz. Zwar können auch Adjektive, Nomina und Pronomina eine eigene Valenz haben. Aber die Valenz des Verbs ist von elementarer Bedeutung für die Struktur der Sätze.

Jeder Satz enthält ein Verb, und zwar ein finites Verb, das den Kopf des Satzes bildet. Das finite Verb fungiert also als oberstes Element in der Abhängigkeitsstruktur; ohne finites Verb gibt es keinen Satz. Diese Aussage mag Manchem eigenwillig vorkommen, und es gibt in der Tat Sprachwissenschaftler, die den Satz ganz anders definieren. Es gibt sogar Forscher, die den Satz überhaupt nicht explizit definieren, aber offenbar de facto mit einem bestimmten Satzbegriff arbeiten, der sich von dem unseren unterscheidet. Wir bleiben jedoch bei unserer Definition, weil sich nach unserer Erfahrung gut mit ihr arbeiten lässt.

Das Verb hat weitere wichtige Funktionen, vor allem: es gibt dem Satz seine Struktur, indem es spezifische Ergänzungen festlegt. Diese Festlegung geschieht aber keineswegs immer durch das finite Verb. In allen Sätzen, vor allem in solchen mit mehrteiligem Verbalkomplex, ist es das zentrale Verb, das die Ergänzungen im Satz verlangt oder zulässt. In Sätzen mit einem einzigen Verb fallen finites und zentrales Verb zusammen. Liegt...

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