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Fachlexeme in Konstruktion

Linguistischer Beitrag zur Erkenntnisarbeit

Series:

Grzegorz Pawłowski

Dieses Buch liefert eine neue Erkenntnisperspektive zur Deutung und Untersuchung der Fachlexik. Grundlage dafür stellen die anthropozentrische Linguistik und der epistemologische Ansatz zur Semantik dar. Aus dieser Perspektive zeigt der Autor, wie Fachlexeme entstehen und was ihnen an Prinzipien, Motiven oder Prioritäten zugrunde gelegt wird, wenn darüber entschieden wird, ein bestimmtes Fachlexem zu konstruieren und dieses als Fachneologismus durchzusetzen. Die Untersuchung stützt sich dabei auf eine empirische Studie zu Fachneologismen aus dem Fachgebiet «Byzantinische Hymnographie und Musik».

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4. Linguistisch-epistemisch ausgerichtete Deutung von Fachneulexem (ein Vorschlag)

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Neue Fachausdrücke (Fachneologismen) gehören zum Alltag und ihre Anzahl wächst von Tag zu Tag immer schneller, so dass sie sich durch einen einzigen Linguisten oder Fachmann kaum bis gar nicht überblicken lassen (vgl. F. GRUCZA 1991: 18, LUKSZYN/ ZMARZER 2006: 76). Wir ‚begegnen‘ ihnen sowohl als Fachleute wie auch als Laien. Dass sie vorkommen, wird oft kurioserweise gar nicht realisiert. Allerdings gibt es Ausdrücke, die zwar als Fachneologismen wahrgenommen werden, die aber in Wirklichkeit keine (mehr) sind. Wie oben gezeigt, liegt das nicht nur daran, dass es an der einheitlichen Deutung der Neologismen mangelt. Das Problem besteht eher in der Erkenntnisperspektive, die dieser Deutung zugrunde gelegt wird.

Im folgenden Kapitel bemühe ich mich zu zeigen, wie man dieses Problem lösen kann. Höchste Priorität haben hier der wirkliche Status von Fachneulexemen, der formale Status der Fachneologismen sowie ihre linguistisch-epistemische Deutung, die programmatisch aus der idiozentrischen Erkenntnisperspektive vorgenommen wird. Zu dieser Deutung gehört in erster Linie die Lösung der Probleme ‚alt-neu‘ und ‚allgemein-fachlich‘. Von Belang ist es außerdem zu erläutern, wie sich die Konstruktion der Fachneulexeme, darunter die Motiviertheit oder die Funktionen, auf die Konzeptualisierung und Kategorisierung ‚ihrer‘ Designate auswirken. Neu konstruiert werden die Designate bekanntlich dank der Erkenntnisarbeit. Sie setzt es voraus, dass sowohl eine neue Verbegrifflichung, und zwar die neue Organisation der Wissenselemente bzw. ihrer gegenseitigen Relationen im epistemischen Fachwissensrahmen, als auch eine (neue) Formneubildung überhaupt zustande kommen können.

4.1 Zum...

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