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Nachhaltigkeit der Staatsverschuldung

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Reinhard Neck and Robert Holzmann

Gegenstand dieses Buchs ist die Frage, wie die Budgetpolitik gestaltet werden soll, um eine nachhaltige Entwicklung der Staatsverschuldung zu gewährleisten. Die Beiträge berücksichtigen dabei sowohl kurz- und mittelfristige konjunkturelle Auswirkungen von Staatsschulden wie Wachstumseffekte. Einen Schwerpunkt bilden die Probleme in der Eurozone, die durch die Staatsschuldenkrise im Gefolge der Großen Rezession besonders betroffen war. Neben Untersuchungen zu den institutionellen Besonderheiten des Euroraums zeigen die in diesem Buch enthaltenen Länderstudien, wie man testen kann, ob Entwicklungspfade der Staatsverschuldung nachhaltig sind, und welchen Herausforderungen sich die nationalen budgetpolitischen Entscheidungsträger bei der Sicherung der Nachhaltigkeit gegenüberstehen.

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7 Nachhaltigkeit der deutschen Fiskalpolitik: Evidenz für den Zeitraum 1960–2003 (Alfred Greiner / Uwe Köller / Willi Semmler)

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Alfred Greiner, Uwe Köller und Willi Semmler

Kapitel 7Nachhaltigkeit der deutschen Fiskalpolitik: Evidenz für den Zeitraum 1960–2003

7.1 Einleitung

Das Thema Staatsschulden ist seit den 1990er Jahren zu einer zentralen Frage sowohl für Ökonomen als auch für Politiker im Euroraum geworden. Die meisten OECD-Länder weisen seit Mitte der 1970er Jahre chronische Staatsdefizite auf, die zu einer Steigerung der Schulden-BIP-Quoten geführt haben. Betrachtet man die Zeitreihendaten, scheint die Hauptursache des Staatsschuldenanstiegs in den 1970er Jahre mit den beiden Ölkrisen verbunden zu sein. In späteren Perioden mit moderaten oder geringen Wachstumsraten sowie langfristig steigenden Arbeitslosenraten in den Euroraumländern scheinen die staatlichen Wohlfahrtsausgaben die hohen Defizitniveaus und steigenden Staatsschulden bis Mitte der 1990er Jahre verursacht zu haben.1 Dennoch haben die Bemühungen, die Staatsschulden in Vorbereitung des Starts der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) im Jahr 1999 zu reduzieren, zu sinkenden staatlichen Defiziten geführt. In der Rezession 2001–2003 sind die Defizite einiger Länder, insbesondere Deutschlands und Frankreichs, neuerlich gestiegen.

In der akademischen Debatte über Defizite und Schulden der Euroraumländer wurde argumentiert, dass die Fiskalpolitik Gefahr läuft, nicht mehr nachhaltig zu sein, und nicht mehr als Instrument geeignet und wirksam zur Stabilisierung der Gesamtwirtschaft ist. Der vorliegende Beitrag befasst sich mit formalen ökonometrischen Verfahren, die es ermöglichen, die Fiskalpolitik auf Nachhaltigkeit zu testen. Womit wir uns hier beschäftigen, ist also nicht die kurzfristige Verletzung des Stabilitäts- und...

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