Show Less
Restricted access

Nachhaltigkeit der Staatsverschuldung

Series:

Edited By Reinhard Neck and Robert Holzmann

Gegenstand dieses Buchs ist die Frage, wie die Budgetpolitik gestaltet werden soll, um eine nachhaltige Entwicklung der Staatsverschuldung zu gewährleisten. Die Beiträge berücksichtigen dabei sowohl kurz- und mittelfristige konjunkturelle Auswirkungen von Staatsschulden wie Wachstumseffekte. Einen Schwerpunkt bilden die Probleme in der Eurozone, die durch die Staatsschuldenkrise im Gefolge der Großen Rezession besonders betroffen war. Neben Untersuchungen zu den institutionellen Besonderheiten des Euroraums zeigen die in diesem Buch enthaltenen Länderstudien, wie man testen kann, ob Entwicklungspfade der Staatsverschuldung nachhaltig sind, und welchen Herausforderungen sich die nationalen budgetpolitischen Entscheidungsträger bei der Sicherung der Nachhaltigkeit gegenüberstehen.

Show Summary Details
Restricted access

8 Nachhaltigkeit und Bestimmungsgrößen der italienischen Staatsdefizite vor und nach Maastricht (Emma Galli / Fabio Padovano)

Extract

Emma Galli und Fabio Padovano

Kapitel 8Nachhaltigkeit und Bestimmungsgrößen der italienischen Staatsdefizite vor und nach Maastricht

8.1 Einleitung

Artikel 1 der italienischen Verfassung besagt: „Italien ist eine demokratische, auf Arbeit gegründete Republik“. Eine präzisere Beschreibung der Fiskalgeschichte dieses Landes wäre wohl: „Italien ist eine demokratische, auf Staatsschulden gegründete Republik“. In seiner 150 Jahre langen Geschichte seit der Vereinigung hat Italien nur 30 Jahre erlebt, in denen seine Schulden-BIP-Quote unter der 60 %-Grenze geblieben ist.

1861 war eine der ersten fiskalpolitischen Entscheidungen des neu proklamierten Königreichs von Italien, die Staatsschulden der alten Staaten vor der Vereinigung zu übernehmen. Das Königreich begann somit sein Finanzleben mit einer Schulden-BIP-Quote, die bereits 1871 auf über 100 % hochstieg und bis zum Ersten Weltkrieg in der Bandbreite zwischen 100 und 150 % fluktuierte. Zu Beginn des faschistischen Regimes (1922) betrug die Quote 128 %, erreichte 1928 einen Tiefstand von 80 %, nur um bis 1938, dem letzten Friedensjahr, auf saftige 122 % anzusteigen. Als 1948 die republikanische Verfassung promulgiert wurde, betrugen die Staatsschulden nur 39 % des BIP, in erster Linie aufgrund der nachkriegszeitlichen Hyperinflation, und blieben bis 1974 unter 60 %. Danach stiegen die Schulden durchwegs schneller als das BIP an und erreichten 1990 erneut eine Quote von 1 zu 1 und 1994 schließlich den Höchstwert von 126 %. Der Maastricht-Vertrag brachte danach etwas Disziplin, die Quote von 1 zu 1 wurde jedoch nicht gebrochen.1

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.