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Die kalte Zwangsverwaltung

Freihändige Verwaltung massezugehöriger Grundstücke durch den Insolvenzverwalter aufgrund einer Verwertungsvereinbarung mit absonderungsberechtigten Gläubigern

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Viviane Körner

Das Rechtsinstitut der kalten Zwangsverwaltung wurde von der Rechtspraxis als Alternative zur gerichtlichen Zwangsverwaltung entwickelt. Gegenstand ist eine Vereinbarung zwischen dem Insolvenzverwalter und den absonderungsberechtigten Gläubigern über deren Befriedigung aus den Mietforderungen ohne Durchführung eines gerichtlichen Zwangsverwaltungsverfahrens. Die Autorin untersucht zunächst die Grundlagen und Voraussetzungen der kalten Zwangsverwaltung und beschäftigt sich sodann umfassend mit dem Inhalt derartiger Verwertungsvereinbarungen. Abschließend stellt sie die wesentlichen Vor- und Nachteile der kalten Zwangsverwaltung gegenüber der gerichtlichen Zwangsverwaltung vergleichend dar.

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Kapitel 5 Vergleich der kalten Zwangsverwaltung mit der gerichtlichen Zwangsverwaltung

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Kapitel 5  Vergleich der kalten Zwangsverwaltung mit der gerichtlichen Zwangsverwaltung

Die kalte Zwangsverwaltung hat sich in der Rechtspraxis als Alternative zur gerichtlichen Zwangsverwaltung entwickelt. Um beurteilen zu können, ob die kalte Zwangsverwaltung tatsächlich eine Alternative darstellt, ist es erforderlich, die Vor-, aber auch die Nachteile dieses Rechtsinstituts gegenüber einer gerichtlichen Zwangsverwaltung zu kennen. Dies lässt sich am besten anhand einer Gegenüberstellung der beiden Rechtsinstitute ermitteln. Schon in den vorausgehenden Kapiteln wurden Vor- und Nachteile der kalten Zwangsverwaltung teilweise bereits angesprochen, um die beiden Rechtsinstitute näher zu beschreiben und gegeneinander abzugrenzen. Nachfolgend werden die wichtigsten Vor- und Nachteile mittels eines Vergleichs der beiden Rechtsinstitute dargestellt. Hierbei ist auf die jeweiligen Interessen der absonderungsberechtigten Gläubiger, der Insolvenzmasse und des Insolvenzverwalters einzugehen.

A.  Kompetenzstreitigkeiten, Abstimmungsschwierigkeiten und Lösungsmöglichkeiten

Maßnahmen zur Verwertung von Grundpfandrechten führen in der Insolvenz häufig dazu, dass parallel zum Insolvenzverfahren weitere Verfahren durchgeführt werden. Werden einzelne Aufgaben oder ganze Tätigkeitsbereiche von verschiedenen Personen wahrgenommen, so ist eine klare und eindeutige Abgrenzung der einzelnen Zuständigkeiten zwingend erforderlich. Eine derartige Abgrenzung ist jedoch mitunter schwierig und lässt sich nicht immer eindeutig feststellen. Dies kann wiederum zu Kompetenz- und Abgrenzungsstreitigkeiten zwischen den handelnden Personen führen und die eigentliche Tätigkeit behindern. Derartige Kompetenzkonflikte sind in der Krise jedoch hinderlich, da der Insolvenzverwalter häufig schnelle und widerspruchsfreie Entscheidungen zu treffen hat.

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