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Kompetenzentwicklung zum nachhaltigen Wirtschaften

Eine Längsschnittstudie in der kaufmännischen Ausbildung

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Christian Michaelis

Der Autor untersucht die Kompetenzentwicklung zum nachhaltigen Wirtschaften bei kaufmännischen Auszubildenden im Ausbildungsverlauf. Das zugrunde gelegte Kompetenzmodell basiert auf einer Verschränkung kognitionspsychologischer mit verhaltenstheoretischen Annahmen. Den Kern dieses Models bilden die Handlungsintention, nachhaltig zu wirtschaften sowie das deklarative Wissen über Nachhaltigkeit und nachhaltiges Wirtschaften. Beide Skalen werden über kognitive und affektiv-motivationale Faktoren, wahrgenommene Wert- und Normorientierungen, unterschiedliche Lerngelegenheiten sowie soziodemografische Aspekte kontrolliert. Der Band belegt, dass eine Förderung von Kompetenzen hinsichtlich einer nachhaltigen Entwicklung ein wichtiges Desiderat in der beruflichen Bildung darstellt.

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2 Erklärungsansätze von Kompetenzen sowie ihrer Entwicklung

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Der wissenschaftliche Diskurs um die bildungs- bzw. erziehungswissenschaftliche Perspektive der Kompetenz, die sich vor allem in der Diskussion über den Output/Outcome von Bildung und Ausbildung niederschlägt, hat sich innerhalb der letzten Jahre intensiviert, allerdings mit einem nicht immer einheitlichen Begriffsverständnis von Kompetenz (Klieme & Hartig, 2008). Es fehlt bis heute ein systematisch einheitliches Begriffsverständnis, trotz Bemühungen der OECD (vgl. für eine Übersicht verschiedener im Zusammenhang diskutierter Begriffe und Konzepte zur Kompetenz: Weinert, 2001a). So bestehen im internationalen Diskurs behavioristische neben kognitivistischen Auffassungen, wobei ein dritter Diskussionsstrang auch allgemeine Fähigkeiten (sogenannte generic skills) unter dem Begriff Kompetenz thematisiert (Winther, 2010, S. 17 ff.). Für eine zweite Clusterung von Kompetenzen ist auch auf Weinert (2001b, S. 28) hinzuweisen. Als Erträge schulischer Lernkontexte differenziert der Autor zwischen fachlichen Kompetenzen (z. B. physikalischer, fremdsprachlicher oder musikalischer Art), fachübergreifenden Kompetenzen (z. B. Problemlösen oder Teamfähigkeit) sowie Handlungskompetenzen, „die neben kognitiven auch soziale, motivationale, volitionale und moralische Kompetenzen enthalten und es erlauben, erworbene Kenntnisse und Fertigkeiten in sehr unterschiedlichen Lebenssituationen erfolgreich, aber auch verantwortlich zu nutzen.“ Unterschiedliche inhaltliche Auffassungen aber auch Strukturzusammenhänge einzelner Kompetenzfacetten bilden bis heute Forschungsdesiderate (Klieme & Hartig, 2008, S. 18–19) und erschweren die Entwicklung von Kompetenzmodellen.

Im Folgenden wird in die Ansätze der Kompetenzmodellierung eingeführt. Hierbei stehen vor allem kognitionspsychologische Auffassungen in Ergänzung um verhaltenstheoretische Aspekte, wie sie bereits in der Einleitung angedeutet wurden, im Vordergrund. Anschließend werden in Abschnitt 2.2...

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