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HR Policies and Maternal Labor Supply

The Example of Employer-Supported Childcare

Series:

Susanne Schneider

The author asks how far the extension of employer-supported childcare serves as a driver for higher maternal labor supply. She addresses this question by categorizing employer-supported childcare as an efficiency wage introduced by the employer to increase the working volume of mothers. Applying various impact evaluation techniques in an econometric analysis, the author concludes that the availability of employer-supported childcare has a positive impact on the length and working volume of mothers who return back to work after giving birth. Furthermore, the usage of employer-supported childcare by mothers with pre-school age children influences the amount of agreed and actual working hours positively.

 

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Zusammenfassung in Deutsch

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Zusammenfassung in Deutsch

Die vorliegende Abhandlung befasst sich mit der Analyse der Effekte von betrieblicher Kinderbetreuung auf das Arbeitsverhalten von Müttern. Der Ausgangspunkt dieser Analyse ist, dass viele Mütter mit geringem Volumen arbeiten, aber zwei Drittel der Mütter würden gerne ihr Arbeitsvolumen erhöhen. Fehlende Kinderbetreuung ist der Hauptgrund für die Reduzierung der Arbeitszeit. Dies liegt unter anderem daran, dass die öffentliche Kinderbetreuung quantitative und qualitative Defizite aufweist und private Kinderbetreuung als Alternative sehr teuer ist. Seit einiger Zeit bieten Unternehmen zusätzlich Kinderbetreuung an. Als Arbeitsgeber haben Unternehmen Interesse an einer Erhöhung des Arbeitsvolumens ihrer Mitarbeiter. Das Ziel der Abhandlung ist die Identifikation des Effektes betrieblicher Kinderbetreuung auf das Arbeitsvolumen von Müttern.

Die bisherige Literatur zu den Effekten betrieblicher Kinderbetreuung bezieht sich vorrangig auf alle Arbeitsnehmer und nicht explizit auf Mütter. Es kann erwartet werden, dass eine differenzierte Analyse für Mütter neue Einblicke liefert. Des Weiteren wertete ein Großteil der Studien zu diesem Thema deskriptive Statistiken aus, sodass die Identifikation eines kausalen Effekts bisher nicht im Fokus stand.

Der theoretische Rahmen baut auf dem Gift-Exchange-Ansatz von Akerlof (1982, 1984) auf. Diese Theorie beinhaltet soziologische Elemente in der Erklärung von Effizienzlöhnen und bezieht sich auf den Tausch sozialer Interaktionen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitsgebern. Hier werden die Beziehungen als Geschenke angesehen. Demzufolge erbringen Arbeitnehmer eine höhere Arbeitsleistung, wenn sie vom Arbeitgeber mit einem höheren (unerwarteten) Lohn beschenkt werden. Der Lohn muss dabei nicht in materieller Form sein. Im Kontext dieser Arbeit wird betriebliche Kinderbetreuung als Geschenk des Arbeitsgebers interpretiert, welches zu einer Erhöhung der Arbeitszeit von Müttern führen soll. Diese Theorie wird zusätzlich von der Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg et al (1959) ergänzt. Die Literaturübersicht hat dargestellt, dass das Arbeitsvolumen von Müttern von einer Vielzahl an Faktoren abhängt und nicht nur von personalpolitischen Maßnahmen des Arbeitsgebers. Herzberg et al (1959) argumentieren, dass verschiedene Faktoren dazu führen, ob ein Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung erhöht. Diese Faktoren wurden verwendet, um systematisch Hypothesen abzuleiten.

Das methodische Vorgehen dieser Studie ist wie folgt. Es wird eine quantitative Analyse anhand des Familien-in-Deutschland Datensatzes durchgeführt, welcher als einer der wenigen repräsentativen Datensätze Variablen zu betrieblicher Kinderbetreuung beinhaltet. Das Arbeitsangebot von Müttern wird auf zwei unterschiedliche Arten gemessen. Erstens wird die Dauer der Arbeitsunterbrechung von Müttern nach der Geburt eines Kindes gemessen. In diesem Kontext wird ebenfalls untersucht, mit welchem Arbeitsvolumen Mütter nach der Geburt des Kindes in den Beruf zurückkehren. Der zweite Teil der Analyse befasst sich mit dem Arbeitsvolumen ← 215 | 216 → von Müttern mit kleinen Kindern. In beiden Komponenten der empirischen Analyse wird untersucht, ob sich das Arbeitsvolumen von Müttern, welche in Unternehmen mit betrieblicher Kinderbetreuung beschäftigt sind, von dem Arbeitsvolumen von Müttern, welche in Unternehmen ohne betriebliche Kinderbetreuung arbeiten, unterscheidet. Verschiedene ökonometrische Verfahren werden verwendet, um den potentiellen Unterschied als kausalen Effekt zu interpretieren. Eine Ereignisanalyse wird für die Rückkehr in den Beruf verwendet. Das Arbeitszeitvolumen wird anhand einer Kombination von Matching-Verfahren und Difference-in-Difference-Schätzungen gemessen.

Die Ergebnisse lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Mütter beenden ihre Arbeitsunterbrechung schneller, wenn der Arbeitgeber betriebliche Kinderbetreuung anbietet. Des Weiteren kann beobachtet werden, dass die Wahrscheinlichkeit von Minijobs mit der Bereitstellung von betrieblicher Kinderbetreuung sinkt, da Mütter anschließend primär Teilzeit arbeiten. Vollzeit arbeitende Mütter lassen sich durch betriebliche Kinderbetreuung nicht beeinflussen. Das Arbeitsvolumen von Müttern mit kleinen Kindern wird positiv beeinflusst, wenn die Mutter das Angebot auch nutzt. Die alleinige Bereitstellung oder die Nutzung der Betreuungsangebote durch den Partner haben keinen positiven Effekt auf das Verhalten der Mutter. Der positive Effekt zeigt sich insbesondere bei der realen Arbeitszeit inklusive Überstunden im Vergleich zu den vereinbarten Arbeitsstunden.

Des Weiteren zeigt sich, dass die Inanspruchnahme weiterer personalpolitischer Maßnahmen in Kombination mit betrieblicher Kinderbetreuung einen verstärkten positiven Effekt aufweist. Dieser Effekt ist nicht nachweisbar, wenn andere Maßnahmen vorhanden sind, aber nicht genutzt werden. Der Effekt des Effizienzlohns betrieblicher Kinderbetreuung auf das Arbeitsvolumen ist außerdem von dem vorliegenden Wirtschaftszweig abhängig. Während keine Effekte in wissensbasierten Wirtschaftszweigen nachgewiesen werden können, zeigen sich positive Effekte für das verarbeitende Gewerbe sowie den Dienstleistungssektor. Je zufriedener eine Mutter mit ihrem Gehalt ist, desto größer ist der Effekt von betrieblicher Kinderbetreuung.