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Inklusiver Englischunterricht am Gymnasium

Evidenz aus der Schulpraxis im Spiegel von Spracherwerbstheorie und Fremdsprachendidaktik

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Jan Springob

Inklusion ist eine der aktuellen bildungspolitischen Herausforderungen. Die Realisierung von gemeinsamem Unterricht einer heterogenen Schülerschaft stellt auch den Fremdsprachenunterricht vor neue Aufgaben. Der Autor präsentiert Erkenntnisse einer dreijährigen unterrichtsbegleitenden, quantitativen wie qualitativen Erhebung inklusiven Englischunterrichts an einem Gymnasium und bettet diese umfassend in den Diskurs der Inklusions- und Zweitspracherwerbsforschung ein. Er formuliert «Best-Practice»-Empfehlungen, die einen eigenständigen, wissenschaftlich fundierten Impuls in die englische Sprachwissenschaft hinsichtlich des Zweitspracherwerbs und in die englische Fachdidaktik hinsichtlich der Unterrichtspraxis geben. Die Umsetzung von Inklusion kann gelingen, so das Fazit.

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1. Einleitung

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1.   Einleitung

„Wer will, dass Behinderte dazugehören, kann sie nicht schon in der Schule von ihren Alterskollegen trennen“, konstatiert der Wissenschaftsjournalist Martin Spiewak (2014: 43) und reiht sich damit in die Vielfalt der aktuellen Publikationen zum Thema Inklusion ein. Die Printmedien veröffentlichen in regelmäßigen Abständen Beiträge rund um das Thema „Gemeinsamer Unterricht von Menschen mit und ohne diagnostizierten Unterstützungsbedarf“. Inklusion ist derzeit eines der bildungspolitischen Themen in Deutschland und die öffentliche Aufmerksamkeit ist immens. Menschen mit Behinderung und Unterstützungsbedarf werden als ganz ‚normaler‘ Teil unserer Gesellschaft beworben; Vielfalt wird als Gewinn gesehen, ‚Abweichung von der Norm‘ als Bereicherung, als sich neu ergebende Chance für alle. „Kann ein geistig behindertes Kind aufs Gymnasium? Der Streit um den elfjährigen Henri mit Down-Syndrom hatte die Frage aufgeworfen. Der Fall von Larissa zeigt: Es geht“ (Diaz 2014). Gleichzeitig wird der Gemeinsame Unterricht von SchülerInnen mit und ohne sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf – ein „System mit Handicap“ (Grass 2016: 1) – auch in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Insbesondere in multimedialen Plattformen zeigt sich in diesem Zusammenhang eine besondere Emotionalität; die zahlreichen, in ihrer Tendenz oftmals eher kritischen, ängstlichen oder fragenden Kommentare in den Foren der Online-Ausgaben von Zeitungen und Zeitschriften sowie Äußerungen in Talkshows (u.a. „irreführender Euphemismus“, „Irrsinn“ oder „Utopie“) legen Emotionen wie Fragen offen.

Neben der gesellschaftlichen und alltäglichen Auseinandersetzung mit dem Thema gibt es auch menschenrechtliche Veränderungen mit bildungspolitischen sowie schulpraktischen Konsequenzen....

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