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Der Psalter als ein Weg des Aufstiegs in Gregor von Nyssas «In inscriptiones Psalmorum»

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Augustinus Friedbert Weber

Das Buch untersucht Gregor von Nyssas Traktat «In inscriptiones Psalmorum». Dieser legt den Psalter als einen Meditationstext aus, der Gott suchende Menschen begleiten und über einen stufenweisen Aufstieg bis zur vollendeten Seligkeit führen will. Die Reihenfolge der Psalmen und ihre Gruppierung in fünf Bücher spiegeln einzelne Schritte und Etappen dieses Weges. Der Autor analysiert Gregors exegetische Arbeitsweise und legt eine Übersetzung des Traktats ins Deutsche vor. Eine hermeneutische Bilanz deutet den Kappadokier als einen Denker, der den christlichen Glauben im Kontext seiner Zeit in einer der philosophischen Vernunft gemäßen Weise erschließt.

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3.2.6 Kapitel VI – Erklärung der Überschriften ‚Für Maeleth‘, ‚Beim Verlassen des Zeltes‘, ‚Bei der Einweihung des Hauses Davids‘, ‚Vom Heraustreten‘, ‚Zur Erinnerung‘, ‚Zum Bekenntnis‘, ‚Säuleninschrift‘ und ‚Vernichte nicht‘ (37,1–38,60)

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3.2.6.1 ‚Für Maeleth‘ (37,1–49)

37. (58) Die Überschrift Für Maeleth (Ps 52,1; 87,1), die von denen deutlicher wiedergegeben wurde, die diesen Ausdruck in das Griechische übersetzt haben, flößt den durch Tugend Ringenden Mut ein,937 indem sie zeigt, welcher Art das Ziel der Kämpfe ist. Sie sagt, dass Reigentänze und Freuden die Sieger in den Wettkämpfen erwarten, ist der Ausdruck doch in diesem Sinn übersetzt worden. (59) Denn die Übersetzung des Namens ‚Maeleth‘ ist Reigentanz.938 So erfahren wir zum Beispiel aus dem Bericht über den Sieg des David: Nachdem Goliad im Einzelkampf mit dem jungen Mann gefallen war, ehren die jungen Frauen seinen Einsatz im Kampf, indem sie ihm im Reigentanz entgegengehen (1 Kgt 18,6 f.). Auf diese Weise sagt die sich auf Maeleth beziehende Überschrift, dass jeder mit Schweiß und Mühe errungene Sieg über die Gegner mit Freude und Reigentanz aufgenommen wird, indem die ganze geistige Schöpfung sich mit den Siegern gleichsam in einem symphonischen Chor verbindet. (60) Es war nämlich (eine Zeit), in der es nur einen tanzenden Chor der vernünftigen Natur gab, welcher auf ← 195 | 196 → den einen Anführer des Chores blickte und sich gemäß der von dort aus von ihm durch einen Befehl der Bewegung eingegebenen Harmonie drehte.939 Dann aber hat die sich eindrängende Sünde das gottbegeisterte Zusammensingen des Chores aufgelöst; sie hat vor den Füßen der ersten Menschen, die mit den...

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