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Facetten der Einsamkeit in musikalischen Monodramen des 20. Jahrhunderts

Musikdidaktische Zugänge

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Corinna Müller-Goldkuhle

Die Autorin widmet sich musikalischen Monodramen, einer besonderen Strömung des Musiktheaters im 20. Jahrhundert. In den Bühnenwerken für nur eine Singstimme wird die Einsamkeit häufig zu einem zentralen und zeitlos aktuellen Thema. Ebenso aus musikhistorischer wie musikdidaktischer Perspektive geht dieses Buch daher der Frage nach, auf welche Weise die Stücke Zugänge zur grundlegenden, menschlichen Erfahrung der Einsamkeit ermöglichen können. Dabei entstehen vier toposanalytisch und interdisziplinär angelegte Modelle zu «Erwartung» von Arnold Schönberg, «La Voix humaine» von Francis Poulenc, «Dnevnik Annï Frank» von Grigori S. Frid und «Neither» von Morton Feldman. Zugänge über Bilder, Inszenierungen und biografisches Material runden die Ansätze ab. Musikalische Monodramen erscheinen auf diese Weise grundsätzlich in neuem Licht.

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3 Zugänge über Bühnenbilder und Inszenierungen

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3 Zugänge über Bühnenbilder und Inszenierungen

3.1 Einleitung

Die Auseinandersetzung mit Inszenierungen gewinnt in der Musikdidaktik nicht nur aufgrund wachsender medialer Aufbereitung und Verbreitung z. B. in Form von Videomitschnitten an Gewicht. Im Zusammenwirken von Musik, szenischer Darstellung und Bühnenbild wird Opernregie als Visualisierung und Inszenierung einer musikdramatischen Komposition verständlich. Sie wird als Interpretation der Partitur begreifbar:1591

[Die] Idee Gesamtkunstwerk zielt […] auf Vereinigung aller Künste, verlangt, dass auch die für das Bühnengeschehen notwendigen Kunstformen im Dienst des Dramas als Teilbereiche des künstlerischen Geschehens sich auswirken. Auch die vielschichtigen philosophischen, historischen und psychologischen Voraussetzungen und Implikationen der Werke der Gegenwart verlangen differenzierte Beziehungen von Text, Musik und Szene nach einer Darstellungsform, die sich nicht nur um Detailtreue und darstellerische Glaubwürdigkeit bemühte.1592

Die Tätigkeit der Inszenierung wird als variabler, ständigem Wandel unterworfener Interpretationsprozess erfahrbar. Neben der Rollenzeichnung (vgl. Ht. 2, Kap. 2.5.1, Ht. 3, Kap. 3.3.1 und 3.5.1.3) und der Möglichkeit einer Bühneninteraktion mit zusätzlichem Personal (vgl. Ht. 3, Kap. 3.3.3, 3.4.2) sind es v. a. die Gestaltung des Bühnenbildes (vgl. z. B. Ht. 3, Kap. 3.3.1, 3.2, 3.4.1, 3.4.3 und 3.5) und die Lichtregie (vgl. z. B. Ht. 3, Kap. 3.5.1.2), welche vertiefende bzw. erweiternde Zugänge zu den in Hauptteil 2 vorgestellten Einsamkeitsfacetten ermöglichen.

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