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Die Figur Cherubino in Mozarts «Le Nozze di Figaro»

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Lara Babbar

Die Autorin schlägt anhand der Figur des Cherubino einen Bogen von der Komödienvorlage Beaumarchais über Da Pontes Libretto und Mozarts Partitur bis hin zum Vergleich von Tonaufnahmen des 20. und 21. Jahrhunderts. Im Bereich der Interpretationsforschung besteht die methodische Herausforderung in dem Versuch, die analytische Auswertung schriftlicher und akustischer Musikquellen zusammenzuführen und so letztlich zum erklingenden Phänomen vorzudringen. Diese Darstellung ergänzt die Autorin materialreich mit Oszillogrammen, Tabellen und Notenbeispielen.

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5 Schlussbetrachtungen

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5 Schlussbetrachtungen

Die vorliegende Arbeit zu Mozarts Cherubino schließt vielfältige schriftliche und akustische Quellen sowie Literatur über Le nozze di Figaro ein, die zur Annäherung an den Reiz dieser Figur dienen konnten.

Anhand der Studien von Beaumarchais’ Komödie Le mariage de Figaro wurden die ursprünglichen Eigenschaften seines Pagen erhoben und mit Da Pontes und Mozarts Bearbeitung verglichen. Dabei fällt auf, dass der Schriftsteller die Qualitäten des Pagen sehr sorgfältig ausgearbeitet hat. Auch die Entscheidung für eine Hosenrolle ist in Verbindung damit zu sehen. Jugend, Spontaneität, Romantik, traumtänzerische Anmutung und Klugheit des Pagen sind in der Vorlage erkennbar. Bereits in dieser Phase scheint die Empathie des Publikums mit der Figur ein wichtiger Gesichtspunkt gewesen zu sein. So stammt die Romanze Malbrough s’en va-t-en guerre (II, 4) von einer populären Melodie mit ursprünglich militärischem Text. Das Musikstück wurde 1782 als späterer Einschub in die Komödie eingefügt und in Zeitungen veröffentlicht. Dadurch war die Romanze des Pagen drei Jahre vor der Uraufführung dem Pariser Publikum bereits bekannt.

Die Inspiration für die Figur stammt aus der Literatur des Mittelalters. Unter den verbindenden Elementen sind Rittertum, Adel, jugendliche Emotionen, heimliche und unstandesgemäße Liebschaften. Zudem kann man die Szene von Cherubino, in der er sich als Mädchen verkleidet, mit der Biographie des Autors verbinden. Detaillierte Studien über den Ursprung der Figur wären sicherlich lohnend.

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