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Transiträume und transitorische Begegnungen in Literatur, Theater und Film

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E.W.B. Hess-Lüttich, Sabine Egger and Withold Bonner

In Literatur und Medien sind Bahnhöfe, Flughäfen, Häfen, Parkplätze (und die damit assoziierten Verkehrsmittel) allgegenwärtig. Das gilt auch für Flüchtlingslager und deren Umgebungen. Angesichts transnationaler Mobilität als Alltagserfahrung sind «Transiträume» (Foucault), «Räume» (de Certeau), «Nicht-Orte» (Augé) und «liminale» Räume (Turner) im «Grenzbereich» (Lotman) zu einem unübersehbaren Topos geworden. In der Sprach-, Literatur- und Kulturtheorie trägt das Konzept des «spatial turn» dieser Entwicklung Rechnung. Transitorische Begegnungen in Grenzbereichen sind zugleich eine Herausforderung für das offene Konzept der Interkulturalität. Dies diskutiert der vorliegende Band anhand von Fragen wie diese: Was für Begegnungen finden in Transiträumen statt? Stellen derartige Begegnungen bestehende Identitätskonzepte in Frage? Kann ein Transitraum einen Rahmen für Transdifferenz oder Hybridität bilden? Wie beeinflusst die Bewegung in verschiedenen Transportmitteln sinnliche und kulturelle Perspektiven? Wie unterscheiden sich Räume in verschiedenen Gattungen, Medien oder Künsten? Wie stehen sie miteinander in Bezug? Experten interkultureller Germanistik aus aller Welt antworten darauf in ihren Beiträgen aus literatur-, kultur- und medienwissenschaftlicher Sicht.

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Räumlichkeit und Mobilität bei Kafka im Lichte der Raumtheorien (Neeti Badwe)

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Neeti Badwe (Pune)

Räumlichkeit und Mobilität bei Kafka im Lichte der Raumtheorien

Abstract: Spatiality and mobility are two defining elements of Kafka’s works. Kafka uses stylistic devices like ambiguity, displaying objects from many different angles, confusion, nightmares, polyphony, as well as paradoxes repealing traditional dichotomies and bipolar divisions. He depicts movement in his texts (walking, running, fighting) without motion, as the subject does not move physically. He describes places which are nonexistent. Symbolic interactions take place, creating spaces characterized by liminality and overlapping. Such spaces are often described in detail where conflicts or protests are carried out and punishments executed. Time and again Kafka’s works have been analysed in various ways. Marc Augé’s anthropological space theory opens up yet another promising possibility to read Kafta in a different way.

1 Einleitung

Kafkas schreibintensivste Phase lag zwischen 1912 und 1922, das heißt fast genau vor hundert Jahren. Der Anthropologe Marc Augé legte seine Raumtheorie Anfang der 1990er Jahre dar. Während Kafka primär als ein modernistischer Autor angesehen wird, beschäftigt sich Augé mit der „Übermoderne“ (Augé 1994: 38). Im Folgenden möchten wir uns mit der Frage auseinandersetzen, ob Kafka in seinem Schreiben Züge der neueren Raumtheorien und besonders die der Übermoderne in Augés Sinne vorweggenommen hat. Wir möchten untersuchen, ob Kafkas Schreiben bemerkenswerte Berührungspunkte zu den Raumtheorien aufweist und ob die Grundthesen der Raumtheorien eine neue Lesart anbieten, durch die Kafkas Texte...

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