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Der Entzug des Doktorgrades

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Sandra Möhlmann

In der jüngeren Vergangenheit haben öffentlichkeitswirksame Entziehungsverfahren die Aufmerksamkeit auf die Frage gelenkt, unter welchen Voraussetzungen ein Doktorgrad entzogen werden kann. Die Autorin widmet sich den Aufhebungstatbeständen in Landesverwaltungsverfahrensgesetzen, Landeshochschulgesetzen und universitären Satzungen und zeichnet das Verfahren bis zur Rechtsfolge nach. Dabei geht sie auch der Frage nach, ob Faktoren wie Vertrauen und berufliche Konsequenzen auf die Entziehungsentscheidung einwirken können. Auch die lediglich vereinzelt vorgesehene Möglichkeit der Entziehung wegen «Unwürdigkeit» des Graduierten thematisiert die Untersuchung.

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B. Das Verfahren des Entzugs des Doktorgrades

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I. Promotion und Doktorgrad

1. Promotion

Der Doktorgrad wird dem Begünstigten verliehen, der seine Fähigkeit zur vertieften, selbstständigen sowie wissenschaftlichen Arbeit nachweist.49 Der Nachweis wird grundsätzlich in Form einer schriftlichen Arbeit und weiterer Prüfungsleistungen erbracht. Während die schriftliche Arbeit stets den Kern bildet, bestehen hinsichtlich der weiteren Prüfungsleistungen normative Unterschiede.

§ 54 Abs. 1 S. 1 HSG S-H bestimmt insoweit ausdrücklich, dass eine mündliche Prüfungsleistung zu erfolgen hat. § 67 Abs. 1 S. 2 HG NRW ist hingegen nicht auf eine mündliche Prüfungsleistung beschränkt, sondern macht lediglich das Vorliegen weiterer Prüfungsleistungen zur Voraussetzung. Denkbar wäre somit, dass eine weitere schriftliche Leistung verlangt wird. Die Entscheidung, welche Prüfungsleistungen zu erbringen sind, obliegt in diesen Fällen den Fakultäten und Fachbereichen, die das Promotionsverfahren in eigener und geschützter Verantwortung durchführen.50 Entscheidend kommt es daher auf die Vorschriften der Promotionsordnungen an. In aller Regel handelt es sich um eine mündliche Prüfung. Insoweit sehen Promotionsordnungen eine Disputation51, ein Rigorosum52 oder ein Kolloquium53 vor. ← 11 | 12 →

Nicht mehr zu den Prüfungsleistungen gehören die Publikationsverpflichtung54 des Doktoranden sowie die Ablieferung von Pflichtexemplaren55. Die Verleihungsurkunde wird grundsätzlich nach Erfüllung dieser Pflichten übergeben. Sodann erhält der Promovend neben dem Status die Befugnis zur Führung des akademischen Doktorgrades.56 Dieser verdeutlicht auch den außerhalb der Wissenschaft stehenden Personen die anerkannte wissenschaftliche Befähigung seines...

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