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Die deutschen Friedensnobelpreiskandidaten im Kaiserreich 1901–1918

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Thomas Sirges

Der Friedensnobelpreis ist weltweit der renommierteste Friedenspreis. Bislang hat sich die Forschung auf die Preisträger konzentriert und den Konkurrenten nur bei strittigen Entscheidungen größere Beachtung geschenkt. Neben den Konkurrenten verzeichnen die Bewerberlisten eine beachtliche Zahl von Außenseitern, deren Wirken kaum vermuten lässt, dass sie einmal für den Friedensnobelpreis nominiert waren. Beide Gruppen – Konkurrenten und Außenseiter – müssen als ein bislang unerforschter Teil der Geschichte des Friedensnobelpreises gelten. Das Buch stellt die deutschen Kandidaten von 1901 bis 1918 vor, beleuchtet die Hintergründe und Begleitumstände ihrer Kandidatur und sucht nach einer Antwort auf die Frage, warum kein Deutscher im Kaiserreich mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden ist.

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4. Öffentliche Reaktionen

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In den führenden überregionalen deutschen Zeitungen ist die Verleihung der Nobelpreise von Anfang an aufmerksam verfolgt worden. Dafür war zweifellos das beträchtliche Preisgeld verantwortlich. Regelmäßig verkündeten die liberalen Zeitungen Berliner Tageblatt und Vossische Zeitung, die bürgerlich-konservative Frankfurter Zeitung und die rechtskonservative-monarchistische Neue Preußische Zeitung (Kreuzzeitung) die Namen der Preisträger, porträtierten die Personen und ihre Friedensarbeit und kommentierten bisweilen auch die Entscheidungen der Nobelkomitees. Die Vossische Zeitung zeigte sich, nicht zuletzt ob der deutschen Erfolge, mit der Premiere des Nobelpreises sehr zufrieden:

Zum ersten Mal haben am 10. Dezember die nordischen Preisrichter, die Dr. Alfred Nobel einsetzte, um diejenigen zu belohnen, die der Menschheit vom größtem Nutzen gewesen sind, ihres Amtes gewaltet, und niemand wird ihnen die Anerkennung vorenthalten können, daß ihre Entscheidung dem Sinne des großmüthigen Stifters entspricht. In Gemäßheit mit dem internationalen Charakter der Nobel-Stiftung, die in der Nationalität keinen Unterschied macht, hielten die Preisrichter Umschau in allen Kulturländern, und daß nun alle drei wissenschaftlichen Preise nach Deutschland kamen, ist für das Reich sehr erfreulich.

Die fünf Nobelpreise – je ca. 170.000 Mark – wurden wie folgt vertheilt: der Preis für Physik […] an den Professor v. Röntgen (Würzburg), der Preis für Chemie […] an den Professor van t’Hoff (Berlin), der Preis für Medizin an den Professor Behring (Halle), der Preis für Literatur an den Lyriker Sully-Prudhomme (Paris) und der Friedenspreis […] je die...

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