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Neue Aramäische Studien

Geschichte und Gegenwart

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Edited By Dorothea Weltecke

Dieser Sammelband zeichnet die Konstituierung und erste Arbeitsphase der Forschungsstelle für Aramäische Studien nach. Die Aufsätze gehen aus unterschiedlichen Veranstaltungen hervor. Sie spiegeln die Forschungsinteressen der aramäischen Initiatoren wieder, die im Vergleich zu den traditionellen syrischen Forschungen in Deutschland neue inhaltliche Themen insbesondere aus Geschichte, Soziologie und Politikwissenschaft beleuchten. Prominente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie junge Autorinnen und Autoren bearbeiten Themen von der Antike bis zur Gegenwart. Viele Beiträge wurden von Aramäern verfasst. Der Band möchte zur Weiterentwicklung der syrischen Studien und zu ihrer Verankerung in neuen wissenschaftlichen Disziplinen beitragen.

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Aramäisch des Tur Abdin schreiben und lesen: Überlegungen, warum die Sprechergemeinschaft des Tur Abdin das Neu-Aramäische nicht als Schriftsprache anerkennt (Zeki Bilgic)

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Zeki Bilgic

Aramäisch des Tur Abdin schreiben und lesen: Überlegungen, warum die Sprechergemeinschaft des Tur Abdin das Neu-Aramäische1 nicht als Schriftsprache anerkennt

Abstract: Modern Aramaeans hesitate to use and teach their spoken language, the Aramaic of the Tur Abdin, as a written language. The author discusses possible reasons and argues that the discourse in the community on the history of the language causes this rejection. Therefore, this discourse requires a paradigm shift to change the awareness of the speakers of their language. Only then, the textualization will receive recognition.

1 Einführung: aktuelle Situation der Sprache

Durch Abwanderung und Vertreibung ihrer Sprecher aus ihren Heimatgebieten ist das Aramäische vom Aussterben bedroht.2 Diese Bedrohung betrifft das Aramäische in all seinen Idiomen. Hier wird im Folgenden jedoch nur auf die Situation des Neu-Aramäischen aus dem Ṭur Abdin eingegangen. In der europäischen Diaspora ist die generationenübergreifende Sprachübertragung nicht mehr möglich, da das Aramäische als (alleinige) Muttersprache von der jeweiligen Landessprache abgelöst wird. Es gibt bereits jetzt sichtbare Verschiebungen in ← 215 | 216 → der Grammatik.3 Nur noch die ältere Generation hat immer noch kompetente Sprachkenntnisse, welche sie aus der alten Heimat mitgenommen haben.

Trotz dieser akuten Gefahr des Aussterbens, die den Sprechern durchaus bewusst ist, wurden alle bisherigen Versuche, der Sprache durch die Verschriftlichung einen neuen Aufschwung zu geben, von der Sprechergemeinschaft abgelehnt. Die Einstellung der Sprecher bleibt offenbar unverändert,...

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