Show Less
Restricted access

«Els catalans a l’Àfrica» – Die Rolle des Spanisch-Marokkanischen Kriegs von 1859/60 im katalanischen Identitätsdiskurs des 19. Jahrhunderts

Series:

Ina Kühne

Die Autorin untersucht die Bedeutung des Ersten Spanisch-Marokkanischen Kriegs (1859–1860) im katalanischen Identitätsdiskurs des 19. Jahrhunderts. Sie analysiert, wie der Krieg die Herausbildung einer eigenständigen, katalanischen kulturnationalen Identität förderte. Die Studie weist auf der Grundlage bisher weitgehend unerschlossener Texte nach, dass die katalanischen Schriftsteller jener Zeit gezielt versuchten, das Massenereignis des Kriegs zu nutzen, um katalanische nationale Mythen und Symbole in der Bevölkerung zu verbreiten und dadurch zur Konstruktion einer katalanischen nationalen Identität beizutragen. Der politische Katalanismus des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts greift auf diese Identität zurück.

Show Summary Details
Restricted access

Teil II: Der katalanische Identitätsdiskurs von der Aufklärung bis zum Ersten Spanisch-Marokkanischen Krieg

Extract



1. Die Entwicklung der katalanischen Identität vom Ende des 18. Jahrhunderts bis 1859

Nachdem in Teil I die theoretischen Grundlagen der Konstruktion nationaler Identität beschrieben wurden, soll im Folgenden der katalanische Identitätsdiskurs vom Ende des 18. Jahrhunderts bis 1859, dem Jahr des Ausbruchs des Ersten Spanisch-Marokkanischen Kriegs, kurz skizziert werden, um aufzuzeigen, wie der katalanische Identitätsbildungsprozess bis zu diesem Zeitpunkt verlief. Der nun folgende Überblick über die Entwicklung der katalanischen Identität im eben genannten Zeitraum ist keinesfalls vollständig, sondern beschränkt sich auf die für diese Arbeit relevanten Fakten.

1.1 Rückbesinnung auf das katalanische Mittelalter und den katalanischen „Nationalcharakter“ bei Capmany

Als sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts die modernen Nationalstaaten herausbildeten, geschah dies in Wechselwirkung mit der Etablierung eines Systems von nationalen Mythen und Symbolen, mit denen sich die Bevölkerung identifizieren konnte. Mithilfe dieser Mythen und Symbole war es möglich ein Nationalbewusstsein zu erzeugen bzw. nationale Identität zu konstruieren. Eine positive Identifikation mit der spanischen Nation war in jener Zeit allerdings schwierig, da Spanien seit der Gegenreformation nur eingeschränkt am europäischen Geistesleben partizipierte und vor allem in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung weit hinter europäischen Großmächten wie Großbritannien oder Frankreich zurücklag. Der baskische Historiker Juan Pablo Fusi stellt diesbezüglich fest:

La España del siglo XVIII siguió siendo un país cerealístico, con una agricultura técnicamente muy atrasada...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.