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Deutsch-türkische Beziehungen

Historische, sektorale und migrationsspezifische Aspekte

Edited By Wolfgang Gieler, Burak Gümüș and Yunus Yoldaş

Dieser Sammelband bietet einen umfassenden und aktuellen Einblick in die Geschichte, Dimensionen, Sachthemen und migrationsspezifische Aspekte der deutsch-türkischen Beziehungen aus der Sicht von Experten aus der Türkei und Deutschland.

Das Buch skizziert die Geschichte der deutsch-türkischen Beziehungen seit den osmanisch-preußischen bzw. osmanisch-habsburgischen Beziehungen bis in die Gegenwart und thematisiert historische sowie aktuelle Beispiele.

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Die Auswirkungen der deutschen Nahostpolitik auf die deutsch-türkischen Beziehungen (Mehmet Öcal)

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Mehmet Öcal

Die Auswirkungen der deutschen Nahostpolitik auf die deutsch-türkischen Beziehungen

Einleitung

Am Weihnachtsabend 1914 kamen die Hauptfeinde des Ersten Weltkrieges, vor allem deutsche und britische Soldaten, im belgischen Flandern aus den jeweiligen Schützengräben heraus und sangen zusammen das Weihnachtslied „Stille Nacht, Heilige Nacht“. Man vereinbarte für den Weihnachtsabend eine Waffenruhe, sorgte für die Versorgung der Verwundeten und den Abtransport der Toten beider Seiten. Und schließlich, nachdem aus den Reihen der britischen Armeeangehörigen ein Ball gebracht wurde, begann ein weihnachtliches Fußballspiel an vorderster Front. Nach 101 Jahren, genauer am ersten Weihnachtsfeiertag 2015 trafen sich deutsche und britische Soldaten wieder zu einem gemeinsamen Fußballspiel. Diesmal fand das historische Ereignis aber nicht in Flandern oder Europa statt, sondern im Nahen Osten: In der nordirakischen Stadt Erbil. „Aus einstigen Gegnern sind Kameraden und Freunde geworden“ berichtete daraufhin die Autorin auf der Bundeswehr-Website stolz.1

Man weiß nicht, wann die gegenwärtigen Krisen im Nahen Osten beendet und aus einstigen Kontrahenten bzw. Feinden in der Region einmal Freunde und Kameraden werden. Eines aber scheint sicher: Der Orient befindet sich seit Ende des I. Weltkrieges in einer großen Umwälzung. Die damaligen und neuen imperialistischen Mächte sind wieder vor Ort gestalterisch aktiv, selbst oder durch Stellvertreter. Es ist ein Revival des sog. „Great Games“ im Nahen Osten entstanden. Der Verteilungskampf um←415 | 416→ die Ressourcen, Einflusssphären und Grenzen hat neu begonnen. Länder wie der Irak,...

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