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Umweltbezogene Gerechtigkeit

Anforderungen an eine zukunftsweisende Stadtplanung

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Heike Köckler

Dieser Band präsentiert eine theoretische und empirische Analyse zu umweltbezogener Gerechtigkeit, aus der Anforderungen an eine zukunftsweisende Stadtplanung abgleitet werden. Die Grundlage für die empirische Analyse zum Umgang von Haushalten mit Luft- und Lärmbelastungen im Wohnumfeld bietet das MOVE-Modell, welches zwei psychologische Theorien vereint. Mit Hilfe dieses umweltpsychologischen Zugangs gelingt es, Determinanten für umweltbezogene Verfahrensgerechtigkeit herauszuarbeiten. Hierbei wird die Situation von Menschen in belasteten Wohngebieten und von Menschen mit einem türkischen Migrationshintergrund im Besonderen betrachtet. Als Schlussfolgerung für die Planung fordert die Autorin, die Vulnerabilität von Bevölkerung in der Stadtplanung systematisch zu verfolgen.

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1 Relevanz des Themas, Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

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Das Leitbild der umweltbezogenen Gerechtigkeit vereint viele Aspekte, die für die Raumplanung zentral sind: räumliche Muster, Planungsverfahren, zukunftsfähige Entwicklung, Beteiligung. Dies bedeutet keineswegs, dass umweltbezogene Gerechtigkeit ein Thema allein für die Raumplanung ist, aber Raumplanerinnen und Raumplaner sollten relevante Zusammenhänge, die zu umweltbezogenen Ungerechtigkeiten führen, kennen und sie in ihrem Handeln berücksichtigen.

Umweltbezogene Gerechtigkeit wird in der im Folgenden beschriebenen Forschung als ein Leitbild verstanden, das ein Gegenentwurf ist zu umweltbezogenen Differenzen innerhalb einer Gesellschaft, die als ungerecht bewertet werden. Somit ist insbesondere für interventionsorientierte Wissenschaften, wie die Raumplanung, die Entwicklung von Handlungsstrategien für mehr umweltbezogene Gerechtigkeit zentral. Um zielgerichtet, in diesem Fall auf mehr umweltbezogene Gerechtigkeit gerichtete Interventionen zu ermöglichen, ist eine Analyse und Bewertung von Ursachen, die zu den umweltbezogenen sozialen Differenzen führen, wichtig.

Angeregt durch einen Forschungsaufenthalt in den USA im Jahr 2000 wurde ich auf das Thema Environmental Justice aufmerksam. Als ich im Jahr 2004 am Center for Environmental Systems Research (CESR) der Universität Kassel die Möglichkeit bekam, dieses Thema grundlegend in einer Habilitation zu erforschen, gab es nur wenige Publikationen zu Umweltgerechtigkeit in Deutschland. Zu diesen zählten das Buch „Umweltgerechtigkeit“ von Werner Maschewsky (2001) sowie ein Tagungsband, der von Gabriele Bolte und Andreas Mielck (2004) herausgegeben wurde. Beide Werke haben einen klaren gesundheitswissenschaftlichen Bezug und sind Zeugnis davon, dass in Deutschland – anders als beispielsweise in den USA – der Diskurs zu umweltbezogener Gerechtigkeit bis dato fast...

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