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Pronomen, ihr Bedeutungs- und Emotionspotenzial

Individuelle Konzeptualisierungsprozesse im Lichte Langackerscher Auffassung der Grammatik

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Jolanta Mazurkiewicz-Sokołowska

Die Autorin geht der Langackerschen Auffassung der Grammatik als Bedeutung nach. Sie überprüft empirisch am Beispiel der äquivalenten, deutschen und polnischen Formen der Pronomen, wie sich die schemenhaften Bedeutungen grammatischer Einheiten in individuellen Konzeptualisierungsprozessen konkretisieren und welche Bedeutungsinhalte sie in dem gegebenen sprachlichen Ereignis fokussieren. Die introspektiv-intersubjektive Methode ermöglicht es, die Verarbeitungsarten der untersuchten Formen der Pronomen aufzudecken, die konzeptuelle Vielfalt der von den ProbandInnen aktivierten Bedeutungsinhalte dieser Formen zu beleuchten, und zu zeigen, dass die Formen der Pronomen prozessual individuell-subjektiv emotionsgeprägte Einheiten darstellen.

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1. Einleitung

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Der kognitive Gedanke ist in der Linguistik auf den Namen Noam Chomsky (1957) zurückzuführen, der in seinen Überlegungen zum Wesen der Sprache, diese als mentale Erscheinung auffasst und in seinen Arbeiten ihrer mentalen Repräsentation nachgeht (Chomsky 1957, 1965, 1981, 1995). Der mentale Sprachbezug ist das übergreifende Merkmal der kognitionslinguistischen Forschung in allen ihren Ausprägungen.

Die kognitive Linguistik im eigentlichen (engen) Sinne entwickelt sich seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts in Opposition zu Chomskys generativer formaler Sprachtheorie. Im Unterschied zu der von ihm vertretenen These über die Sprachautonomie, stützt sie sich auf die Annahme, dass die Sprache erkenntnis- und kontextbedingt ist. Während die formalen Theorien die Rolle der Syntax hervorheben, wird in der kognitiven Linguistik die Ansicht vertreten, dass die Sprache Bedeutung ist. Diese These bildet das grundlegende Merkmal aller Ausrichtungen der kognitiven Linguistik, die verschiedene Theorien und Ansätze vereint (siehe dazu: u.a. Kardela 1994, Tabakowska 1995, 2001, 2004a, b, Kalisz 2001, Lee 2001, Croft, Cruse 2004, Geeraerts 2006, Evans, Green 2006, Evans 2007).

Die kognitive Linguistik erfasst u.a. folgende Konzeptionen: Bildschemata und Metapherntheorie (Lakoff, Johnson 1980, Lakoff, Turner 1989, Kövecses 2000, 2002, Fauconnier, Turner 2002, Barcelona 2003, Hampe 2005, Zlatev 2007, 2014, Kuźniak et al. 2014), Framesemantik (Fillmore 1982, Konerding 1993, 2005, Fraas 1996, Ziem 2008a, b), mentale Räume (Fauconnier 1985, Fauconnier, Turner 1998, Libura 2010a, b), Kognitive Grammatik (Langacker 1987, 1991), Radialnetwork (Brugman, Lakoff 1988), Konstruktionsgrammatiken (Lakoff 1987, Fillmore 1988, Goldberg 1995,...

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