Show Less
Restricted access

«Dritter» Weg und KAGH

Geschichte, Struktur, Zusammenhänge

Series:

Matthias Nowotny

Der Band thematisiert die Zusammenhänge zwischen «Drittem» Weg und Kirchlichem Arbeitsgerichtshof in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit und Entstehung. Die Kirchen eröffneten für die kollektivrechtliche Ordnung der Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen einen eigenen Weg. Was bedeutet dieser «Dritte» Weg für die Kirchen bei der Ausgestaltung des kollektiven Arbeitsrechts? Um diese Frage zu beantworten, berücksichtigt der Autor die aktuelle deutsche und europäische Rechtsprechung. Ferner beschreibt er die Herausbildung und den Aufbau einer kircheneigenen Gerichtsbarkeit. Das Buch zeigt, welche Chancen der «Dritte» Weg für das kirchliche Arbeitsrecht eröffnet. Dass dies nur in einem engen Miteinander zwischen kirchlichen Arbeitgebern und Arbeitnehmern geschehen kann, ist die Überzeugung des Autors.

Show Summary Details
Restricted access

6 Das Arbeitsrecht als „eigene“ Angelegenheit der Kirchen

Extract

6 Das Arbeitsrecht als „eigene“ Angelegenheit der Kirchen

6.1 Regelungsbereich

Das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen als Religionsgemeinschaften gilt auch für die Ausgestaltung des kirchlichen Dienst- und Arbeitsrechts. Die theologische Grundlage des kirchlichen Dienstes ist der Sendungsauftrag der Kirche. Er schließt es für die christlichen Kirchen aus, die rechtliche „äußere“ Ordnung vom Bekenntnis zu trennen. Es ist eine kirchliche Aufgabe, dafür zu sorgen, dass kein Zwiespalt zwischen kirchlicher Ordnung und dem Tun und Verhalten der kirchlichen Bediensteten besteht. Bei der dem kirchlichen Auftrag entsprechenden Ausgestaltung des jeweiligen Dienst- und Arbeitsrechtes handelt es sich um eine eigene Angelegenheit i. S. v. Art. 140 GG i. V. m. Art. 137 Abs. 3 WRV.72 Es bleibt den Kirchen anheimgestellt, das Arbeitsrecht in einer Weise auszubilden, die ihrem Auftrag und Selbstverständnis entspricht.73 Den Kirchen ist weiterhin das Recht gewährleistet, ihr Ämterwesen selbständig nach Art. 137 Abs. 3 WRV zu regeln. Ergänzend gibt ihnen die verfassungsrechtlich garantierte Eigenschaft als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Befugnis, Dienstverhältnisse öffentlich-rechtlich zu begründen, vgl. Art. 137 Abs. 5 WRV.74 Diese Grundsätze werden auch in der Rechtsprechung des BVerfG deutlich. Nach der Rechtsprechung des BVerfG bedeutet die Bindung an das Arbeitsrecht nicht, „dass der Staat eine Herrschaft über das bekenntnismäßige Verständnis der kirchlichen Dienstes erlangt. Den Kirchen ist deshalb verfassungsrechtlich garantiert, dass für die Gestaltung des kirchlichen Dienstes und seiner arbeitsrechtlichen Ordnung eine Regelungsautonomie besteht, damit die Kirchen die besonderen kirchlichen Aspekte...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.