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Arbeitsmarktentwicklung und -regulierung

Zwischen Fachkräftemangel und Migration

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Edited By Stefan Kolev, Bernhard Seliger, Jüri Sepp and Ralph Michael Wrobel

Der Arbeitsmarkt stellt traditionell in vielen marktwirtschaftlich organisierten Gesellschaften einen Ausnahmebereich dar. Dabei darf nicht vergessen werden, dass es sich auch beim Arbeitsmarkt um einen Markt handelt, bei dem die Preisbildung durch Angebot und Nachfrage zustande kommt. Derzeit sind Fachkräftemangel und Migration die zentralen Themen.

Die Beiträge diskutieren die Interdependenz dieser beiden Entwicklungen sowohl aus volkswirtschaftlicher als auch aus betriebswirtschaftlicher Perspektive. Zusätzlich untersuchen sie sektorale Arbeitsmärkte in Europa sowie internationale Entwicklungen, sowohl im Hinblick auf die marktlichen Aspekte als auch auf die staatliche Regulierung. Damit bietet der Band einen vielseitigen Überblick über die derzeit meistdiskutierten Themen der Arbeitsmarktentwicklung.

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Der Deutsche Arbeitsmarkt zwischen Fachkräftemangel und Immigration: Ordnungspolitische Perspektiven in der Flüchtlingskrise (Ralph Wrobel)

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Ralph Wrobel

Der Deutsche Arbeitsmarkt zwischen Fachkräftemangel und Immigration: Ordnungspolitische Perspektiven in der Flüchtlingskrise

1.   Immigration als Thema der Ordnungspolitik

Alleine im Jahre 2015 sind etwa 1,1 Mio. Menschen als Bürgerkriegsflüchtlinge und Asylsuchende nach Deutschland eingewandert, Das ist die höchste Zahl seit 1950.1 Damit ist Deutschland endgültig zum Einwanderungsland geworden. Allerdings mangelt es immer noch an einer umfassenden Regulierung der Einwanderung durch ein transparentes, an ordnungsökonomischen Ansätzen orientiertes Einwanderungsgesetz. Die derzeitige Immigration nach Deutschland verläuft deshalb chaotisch und ungeordnet. Andererseits werden in Deutschland immer mehr Probleme der demografischen Entwicklung und des Fachkräftemangels diskutiert. Es stellt sich daher die Frage, welche Beitrag die Ordnungsökonomik zur Lösung dieser Probleme leisten kann.

In der klassischen Literatur der deutschen Ordnungsökonomik finden sich kaum Bemerkungen über die Wanderung von Arbeitskräften und Migration. So stellt Walter Eucken zwar die Bedeutung von offenen Märkten für die Wettbewerbsordnung ausführlich dar, erwähnt aber die Wanderung von Arbeitskräften mit keinem Wort.2 Lediglich Walter Röpke, widmet dem Thema in seinem 1945 erschienenen Werk „Internationale Ordnung“ ein ganzes Kapitel. Darin drückt er erstmalig das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Ordnung der internationalen Wanderungen aus ordnungsökonomischer Sicht aus. So soll grundsätzlich Freiheit der Wanderung herrschen:

„Das wirksamste Mittel, international Unterschiede des Bevölkerungsstatus auszugleichen und damit das internationale Bevölkerungsproblem zu lösen, besteht zweifellos darin,...

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