Show Less
Restricted access

Musik und Handlung

Die Funktionen der Musik in Oper, Film und Schauspiel mit einer exemplarischen Betrachtung von Albert Lortzings Werken

Series:

Dana Pflüger

Die Verbindung von Handlung und Musik ist ein zentrales Merkmal in Oper, Film und anderen theatralen Formen. Doch welche Funktionen erfüllt die Musik für die Handlung? Mit welchem Zweck wird sie eingesetzt und von wem? Ist sie Ausdruck der Gefühle der Figuren oder ein Kommentar des Komponisten ans Publikum? «Hören» die Figuren selbst die Musik? Antworten auf diese Fragen sammelt die Autorin aus allen relevanten Fachgebieten und nutzt die Betrachtung von Leitmotivik, Kommunikationsmodellen, Theatersemiotik, Schauspielmusik und Filmmusik zur Entwicklung eines eigenen umfassenden und für alle musiktheatralen Gattungen gültigen Funktionssystems. In Beispielen aus Werken Albert Lortzings zeigt sich paradigmatisch das virtuose Spiel des Komponisten mit den unterschiedlichen Funktionen der Musik.

Show Summary Details
Restricted access

C. Theaterwissenschaft

Extract

C. Theaterwissenschaft

Die Theaterwissenschaft beschäftigt sich – wie bereits in der Einleitung erwähnt – vorrangig mit Theater ohne Beteiligung von Musik bzw. klammert die Musik aus den Betrachtungen weitgehend aus. Die beiden Analysesysteme, die innerhalb dieser Disziplin verbreitet und allgemein anerkannt sind, beziehen sich folglich explizit auf das sogenannte Sprechtheater. Das erste sind die Kommunikationsmodelle, mit denen verschiedene Sender- und Empfänger-Relationen in der theatralen Kommunikation beschrieben werden können, und die zusammen mit den Varianten der Erzählsituation eine Weiterentwicklung der Narratologie aus der Literaturwissenschaft darstellen. Das zweite Analysesystem ist die Theatersemiotik, die vorwiegend bei der Aufführungsanalyse angewandt wird und ihren Ursprung in der Sprachwissenschaft hat. Beide werden im Folgenden zunächst näher erläutert und anschließend auf ihre Tauglichkeit für die Beschreibung der Musik in theatralen Werken hin überprüft.

I. Kommunikationsmodelle

Bei den Kommunikationsmodellen handelt es sich um ein aus der Narratologie stammendes Konstrukt, das verschiedene ‚Sender‘ und ‚Empfänger‘ in über- bzw. untergeordneten Niveaus verortet und damit beschreibt, auf welchen Ebenen die Kommunikation in einem narrativen oder dramatischen Werk stattfinden kann. Die Komplexität der Kommunikationswege in diesen Werken kann damit gut abgebildet werden. Die Kommunikationsmodelle in der (deutschsprachigen) Theaterwissenschaft sind eng mit dem Namen Manfred Pfister verbunden und erfreuen sich mitsamt seiner 1977 erschienenen Monographie Das Drama einer anhaltenden Rezeption118. Im Folgenden wird jedoch außer Pfister auch Rolf Fieguth mit seinem Modell von 1973119 in die Überlegungen mit einbezogen, weil er beim Umwandeln des...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.