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Musik und Handlung

Die Funktionen der Musik in Oper, Film und Schauspiel mit einer exemplarischen Betrachtung von Albert Lortzings Werken

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Dana Pflüger

Die Verbindung von Handlung und Musik ist ein zentrales Merkmal in Oper, Film und anderen theatralen Formen. Doch welche Funktionen erfüllt die Musik für die Handlung? Mit welchem Zweck wird sie eingesetzt und von wem? Ist sie Ausdruck der Gefühle der Figuren oder ein Kommentar des Komponisten ans Publikum? «Hören» die Figuren selbst die Musik? Antworten auf diese Fragen sammelt die Autorin aus allen relevanten Fachgebieten und nutzt die Betrachtung von Leitmotivik, Kommunikationsmodellen, Theatersemiotik, Schauspielmusik und Filmmusik zur Entwicklung eines eigenen umfassenden und für alle musiktheatralen Gattungen gültigen Funktionssystems. In Beispielen aus Werken Albert Lortzings zeigt sich paradigmatisch das virtuose Spiel des Komponisten mit den unterschiedlichen Funktionen der Musik.

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H. Resümee und Ausblick

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H. Resümee und Ausblick

Die Frage nach der Funktion von Musik für die Handlung gehört in der Literatur über Opern zu einer der am häufigsten thematisierten ‚Nebensachen‘. Beinahe allgegenwärtig tauchen Funktionsbeschreibungen in musikalischen Analysen jeglicher Art auf. Man könnte daher annehmen, daß es sich dabei um eine ebenso selbstverständliche Bezugsgröße handelt wie Harmonie- oder Formanalyse, doch das ist nicht der Fall. Nur vereinzelt wurde bisher gezielt nach Funktionen gesucht, insbesondere im Kontext der Diskussionen um Leitmotive, in Thomas Betzwiesers Erläuterung der drameninhärenten Musik und dem Ansatz von Peter Petersen. Gänzlich fehlt jedoch eine umfassende und vor allem systematische Beschreibung der möglichen Beziehungen von Handlung und Musik in der Oper.

Um die Funktionen der Musik in ihrem vollen Einsatzspektrum begreifen zu können, bedarf es theoretischer Modelle, die eine Einordnung von Musik in den Handlungskontext einer dramatischen Situation ermöglichen. Die beiden für das Sprechtheater entworfenen Analysesysteme der Theaterwissenschaft, die Kommunikationsmodelle und die Theatersemiotik, wurden daher auf ihre Positionierung zur Musik hin untersucht. Besonders die Kommunikationsmodelle haben sich dabei als äußerst hilfreich erwiesen, da die Aufschlüsselung verschiedener Autor-Sender-Relationen für die Oper ebenso gültig ist wie für andere (musik)theatrale Kontexte.

Die Denkmodelle von Edward Cone sind nicht leicht in eine musiktheaterwissenschaftliche Untersuchung einzuordnen. Wenngleich er sich einerseits mit den verschiedenen Funktionen der Musik in einer Oper intensiv beschäftigt hat und in dieser Hinsicht auch bereit ist,...

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