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Diskurslinguistische Perspektiven auf Soziale Repräsentationen

Kognitiv-semantische Untersuchungen von Vorstellungsfeldern zur Straßburger Neustadt

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Johannes Dahm

Im ausgehenden 19. Jahrhundert entstand in Straßburg unter deutscher Verwaltung ein Gründerzeitviertel, das bis heute gut erhalten geblieben ist und im Jahr 2017 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Der Autor untersucht die Wahrnehmung des «deutschen» Viertels durch die ansässige Bevölkerung zu einem Zeitpunkt, an dem das für jahrzehntelang ignorierte Bauensemble im lokalen Diskurs plötzlich wiederentdeckt und neu verhandelt wird. Anhand von erhobenen Korpora (Fragebögen und Interviews) und vor dem Hintergrund der Theorie der sozialen Repräsentationen nutzt die interdisziplinäre Forschungsarbeit das Potenzial eines framebasierten, diskurssemantisch informierten Untersuchungsansatzes für die kognitionslinguistische Erforschung gesellschaftlicher Wissenssysteme. Hierfür greift der Autor auf lexikometrische Verfahren zurück.

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2 Die Straßburger Neustadt: Entstehung, Rezeption, Wiederentdeckung

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2 Die Straßburger Neustadt: Entstehung, Rezeption, Wiederentdeckung

Das folgende Kapitel beleuchtet das Untersuchungs- und Repräsentationsobjekt ‚Neustadt‘. Zuerst werden die entscheidenden Entwicklungsphasen der Stadt Straßburgs (bis 1870/71), Perspektiven der Architektur und Stadtplanung zur Zeit des deutschen Kaiserreichs (1871–1918) und der Erbauungskontext der gründerzeitlichen Stadterweiterung dargestellt. Eine historische Untersuchung dieser Zusammenhänge ist für die Analyse der Korpora und die Interpretation der Befunde im empirischen Teil der Arbeit unabdingbar. Neben den sichtbaren und ästhetischen Kriterien bei der Rezeption der vermeintlich7 ‚deutschen‘ Architektur beeinflussen nämlich auch die im kollektiven Gedächtnis verankerten Repräsentationen über kulturhistorische Zusammenhänge (z. B. das Wissen und die Vorstellungen über den Erbauungskontext der Neustadt oder die kulturelle Verflechtung des Elsass mit Deutschland) die Wahrnehmung der Straßburger Neustadt. Anschließend werden die Rezeption und der Umgang mit dem ‚deutschen‘ architektonischen Erbe in Straßburg (vor allem nach 1918) anhand von zwei Punkten beispielhaft untersucht: (1) Stadtplanung und (2) Beschreibungsmuster sowie Darstellungen der Neustadt in Aufsätzen, Monographien und Sammelbänden (u. a. zur Stadt- und zur Kunstgeschichte). Danach behandelt das Kapitel die aktuelle Wiederentdeckung des ‚kaiserlichen’ Straßburgs. Einer Betrachtung des Projekts der UNESCO-Welterbe-Bewerbung der Stadt und der damit einhergehenden Neudefinition der Topographie des städtischen Raums in der elsässischen Metropole folgen zuletzt Erläuterungen zur medialen Aufwertung der Neustadt. Das Kapitel schließt mit einer Übersicht über die wichtigsten Perspektiven und Forschungsimpulse der Vorstudie.

2.1 Die Stadtentwicklung Straßburgs im Überblick

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