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Nicknamen international

Zur Namenwahl in sozialen Medien in 14 Sprachen

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Edited By Peter Schlobinski and Torsten Siever

In der Onomastik und der Internetforschung wurden Nicknamen bisher stiefmütterlich behandelt. Dabei sind diese einzelsprachlich und kontrastiv zwischen unterschiedlichen Sprachen hochinteressant: und zwar im Hinblick auf Schriftsysteme, semantische und morphologische Aspekte. Wohl jeder Nutzer hat schon einmal überlegt, welchen Nick er sich zulegen möchte.

Der Band versammelt die Ergebnisse eines internationalen und sprachkontrastierend angelegten Projekts. Dabei analysieren die Beiträger analog aufgebaute Korpora nach gleichen (und auch sprachspezifischen) Parametern. Die Analysen decken die folgenden Sprachen ab: Arabisch (Marokkanisch), Chinesisch, Deutsch, Englisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Kroatisch, Luxemburgisch, Niederländisch, Portugiesisch, Russisch, Schwedisch und Spanisch.

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3 Deutsch (Peter Schlobinski / Torsten Siever)

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Peter Schlobinski & Torsten Siever

3 Deutsch

3.1 Sprachliche und kulturelle Besonderheiten

Deutsch ist eine westgermanische Sprache und wird von 110 Millionen Menschen als Erst- oder als Zweitsprache gesprochen. Als National- und Amtssprache wird Deutsch in Deutschland, Österreich und der Schweiz gesprochen bzw. geschrieben, die verbindende Sprachform dieser drei Länder ist die deutsche Schrift- und Standardsprache.

Sprachtypologisch gesehen ist das Deutsche eine flektierende Sprache mit einer komplexen Morphosyntax und relativ variabler Wort- und Satzgliedstellung. Im Deutschen gibt es drei Genera bei Substantiven, mit denen die Formen der Determinatoren und pränominalen attributiven Adjektive kongruieren müssen. Die nominale Flexion umfasst Kasus, Person und Numerus, die verbale Person, Numerus, Tempus, Genus verbi und Modus. Nominale Subjekte kongruieren mit dem verbalen Prädikat.

Das Deutsche verfügt über 16 Vokale und vier Diphthonge sowie 20 Konsonanten (ohne die Affrikaten /pf/, /ts/). Die deutsche Orthografie basiert auf einer Buchstabenschrift, in der Konsonanten und Vokale durch einen Buchstaben oder eine Buchstabenkombination (z. B. für [ʃ]) oder ( für [ɑ:]) ausgedrückt sind. Das Deutsche verfügt als einzige europäische Sprache über ein ausgebautes System der Groß- und Kleinschreibung. Satzinitiale Großschreibung und Großschreibung von Kernen von Nominalgruppen (Peter, das Haus, das Es) fungieren als Hilfestellung bei der syntaktischen Erschließung von Äußerungen bzw. Textsequenzen. Anthroponyme werden großgeschrieben (Maria, Anna-Maria, Merkel).

Der Gesamtname im Deutschen ist grunds...

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