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Nicknamen international

Zur Namenwahl in sozialen Medien in 14 Sprachen

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Edited By Peter Schlobinski and Torsten Siever

In der Onomastik und der Internetforschung wurden Nicknamen bisher stiefmütterlich behandelt. Dabei sind diese einzelsprachlich und kontrastiv zwischen unterschiedlichen Sprachen hochinteressant: und zwar im Hinblick auf Schriftsysteme, semantische und morphologische Aspekte. Wohl jeder Nutzer hat schon einmal überlegt, welchen Nick er sich zulegen möchte.

Der Band versammelt die Ergebnisse eines internationalen und sprachkontrastierend angelegten Projekts. Dabei analysieren die Beiträger analog aufgebaute Korpora nach gleichen (und auch sprachspezifischen) Parametern. Die Analysen decken die folgenden Sprachen ab: Arabisch (Marokkanisch), Chinesisch, Deutsch, Englisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Kroatisch, Luxemburgisch, Niederländisch, Portugiesisch, Russisch, Schwedisch und Spanisch.

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6 Japanisch (Michaela Oberwinkler)

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Michaela Oberwinkler

6 Japanisch

6.1 Sprachliche und kulturelle Besonderheiten

Japanisch wird von etwa 125 Millionen Menschen gesprochen, die hauptsächlich in Japan leben. Außerhalb Japans gibt es nur kleine Gruppen von Japanischsprechern unter den Nachkommen japanischer Migranten in Amerika (hauptsächlich an der Westküste und auf Hawaii), in Südamerika (vor allem in Brasilien) und ganz vereinzelt in den ehemaligen japanischen Kolonien (Taiwan und Korea). Die Anzahl der Sprecher, die Japanisch als Zweitsprache sprechen, ist im Vergleich zu den großen Weltsprachen relativ gering: 2013 lernten nach einer Untersuchung der Japan Foundation knapp 4 Millionen Menschen Japanisch als Fremdsprache.1

Das Japanische wird in der Sprachtypologie allgemein den agglutinierenden Sprachen zugeordnet. Kasusbeziehungen werden durch Suffixe angezeigt, doch einige Verben und Adjektive weisen bei manchen Tempusformen auch Ansätze von flektierenden Merkmalen auf. Die Nähe zum Koreanischen ist zwar politisch umstritten,2 doch wird meist eine Verbindung zu den altaischen Sprachen angenommen (Rickmeyer 1989; Okimori 2006). Nicht infrage gestellt wird die Beziehung zu den Ryūkyū-Sprachen auf den nahe gelegenen Ryūkyū-Inseln.

Zum japanischen Lautsystem zählen traditionellerweise 5 Vokale und 23 Konsonanten (Yamaguchi 2007: 1). Auch wenn zur Aufnahme von englischen Fremdwörtern weitere Laute integriert wurden, ist das Lautinventar dennoch vergleichsweise gering, sodass viele Homophone im Japanischen anzutreffen sind. Durch Längung der Vokale, die auch in der Schrift dargestellt wird, können Bedeutungsunterschiede ausgedrückt werden.

Das japanische Schriftsystem...

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