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Die Rolle des Ein-Platz-Prinzips in der Autonomie der Sportfachverbände

Eine Untersuchung der exklusiven Organisationsstrukturen im Sport

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Paul Fischer

Sind das Ein-Platz-Prinzip und die daraus resultierenden exklusiven Organisationsstrukturen im Sport als gegeben hinzunehmen? – Dieser Frage geht der Autor dieses Bandes nach. Er untersucht das Ein-Platz-Prinzip, das in nahezu jeder Sportart die Verbandsstrukturen von der internationalen bis hin zur regionalen Ebene prägt. Neben der Ein-Platz-Regelung stellt er auch die Teilnahmeverbote der Sportfachverbände auf den Prüfstand. Die zentralen Erkenntnisse gewinnt er, indem er den Kerninhalt der Autonomie der Sportfachverbände bestimmt und diesen allein in den für den Wettkampfsport notwendigen Regelungen sieht.

„Eine fulminante Entzauberung der Ein-Platz-Regel" – Professor Dr. Dr. h.c. Michael Kubiciel via Twitter

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§ 4: Der historische Hintergrund der §§ 21 ff. BGB

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§ 4: Der historische Hintergrund der §§ 21 ff. BGB

Natürlich ist es grundsätzlich wertvoll, den historischen Hintergrund von Regelungen zu kennen, kann man doch dann auch mit dem historischen Element der Auslegung95 argumentieren.96 Für diese Untersuchung ist die Kenntnis des historischen Hintergrunds von besonderem Wert, da wir nur auf Grundlage der folgenden Ausführungen verstehen, weshalb die §§ 21 ff. BGB keine besonderen Maßgaben für sozialmächtige Verbände wie die monopolistischen Sportfachverbände vorsehen und deshalb eine Konzentration auf den Zweck eines Monopolvereins unbedingt erforderlich ist.

So lässt sich aus den rechtshistorischen Zusammenhängen die auf vertraglichen Mechanismen beruhende Konzeption und die begrenzende Funktion des Vereinszwecks erkennen und damit der richtige Lösungsansatz für die Bestimmung des Inhalts der Organisationsautonomie der Sportfachverbände gewinnen.97←47 | 48→

I. Das Vereinswesen unter staatlicher Kontrolle

1. Vereine im Römischen Recht

Das für unser Privatrecht fundamentale Römische Recht98 konzentriert sich auf die Regelung des Verhältnisses des Staates zu den Vereinen. Zwar gab es im Römischen Reich sowohl in Zeiten der Republik als auch im Kaiserreich Vereine und Verbände,99 jedoch wurde eine freie Entfaltung des Vereinswesens durch hoheitliche Kontrolle stark eingeschränkt. Das lag hauptsächlich daran, dass ein freies Vereinswesen als Gefahr für den Staat gesehen wurde. Die öffentlich-rechtliche Kontrolle des Vereinswesens diente also der Gefahrenabwehr. Der öffentlich-rechtliche Schwerpunkt des römischen Vereinsrechts wird exemplarisch durch folgende Regelungen verdeutlicht: Der...

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