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Homosexualitäten in der Langzeitpflege

Eine Theorie der Anerkennung

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Heiko Gerlach and Markus Schupp

Derzeit werden die Bedürfnisse und Bedarfe sexueller Minderheiten in der Langzeitpflege wenig berücksichtigt. Mit der vorliegenden qualitativen Studie auf der Basis von Interviews mit von professioneller Pflege abhängigen Lesben und Schwulen sowie mit Pflegefachkräften werden erstmals Informationen zur Situation und zu den Wünschen von pflegebedürftigen Lesben und Schwulen gewonnen. Der Studie zufolge verbessern emotionale Aufmerksamkeit, soziale Wertschätzung und rechtliche Gleichstellung das Wohlbefinden und die soziale Integration homosexueller Pflegebedürftiger. Ausbleibende Anerkennung kann dagegen die Identität Homosexueller beschädigen und zu sozialer Isolation führen. Von den Ergebnissen lassen sich neue Standards der Versorgung homosexueller Pflegebedürftiger im Alter ableiten.

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5.0 Eine Theorie der Anerkennung von Homosexualitäten in der Langzeitpflege

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5.0 Eine Theorie der Anerkennung von Homosexualitäten in der Langzeitpflege

Aus der Datenanalyse generierten die Forschenden die Kernkategorie der „Anerkennung von Homosexualitäten“ als zentrales Phänomen zur Lebenssituation gleichgeschlechtlich liebender Frauen und Männer in der ambulanten und stationären Altenpflege aus der Perspektive der für diese Forschungsarbeit interviewten pflegebedürftigen lesbischen Frauen und schwulen Männer sowie der befragten Pflegefachkräfte. Weitere Hauptkategorien konnten empirisch identifiziert werden und stehen in einem Begründungszusammenhang zur Anerkennung von Homosexualitäten. Gemeinsam mit der Kernkategorie münden sie in eine Theorie der Anerkennung von Homosexualitäten in der Altenpflege und beschreiben diese. Die aus den Daten entwickelte kausale Beziehungsstruktur und die ihr zugrunde liegenden Zuordnungen der Hauptkategorien zu verschiedenen Komponenten wurden von den Forschenden anhand eines Kodierparadigmas in den Dimensionen der Ursachen und Kontextbedingungen, der intervenierenden Bedingungen, der Handlungs- und Interaktionsstrategien sowie der Konsequenzen abgebildet (siehe nachfolgende Abbildung). In den nachfolgenden Kapiteln werden diese Dimensionen ausgeführt und abschließend als Gesamtphänomen beschrieben: Unter den ursächlichen und kontextuellen Bedingungen subsumiert sich ein Kanon von Unterkategorien, die den Entstehungskontext einer solchen Anerkennungstheorie beschreiben. Sozusagen als Stellschraube nehmen die intervenierenden Bedingungen dieser Anerkennungstheorie fördernd Einfluss auf die Interaktions- und Handlungsweisen der Akteur_innen in der Altenpflege. Die aufgeführten Handlungs- und Interaktionsstrategien zeigen das Feld möglicher anerkennenden oder auch missachtenden Interaktionen im Pflegesetting sowie die Möglichkeiten der Gestaltung der Rahmenbedingungen. Aus den Handlungs- und Interaktionsstrategien der unterschiedlichen Akteur_innen ergeben sich in der Konsequenz...

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