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Der Erste Weltkrieg in der Literatur

Zwischen Autobiografie und Geschichtsphilosophie

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Edited By Anna Wołkowicz

Hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg setzen sich ForscherInnen aus Polen, Österreich und anderen europäischen Ländern mit dessen literarischem Niederschlag auseinander. Der germanistische Blickwinkel wird interdisziplinär erweitert, u.a. durch die Perspektive einer Polonistin und eines Osteuropahistorikers. Die in diesem Buch analysierten Romane, Gedichte, Stücke, aber auch Tagebücher und Theaterrezensionen stammen aus der Zeit zwischen 1914 und 2013. Neben Klassikern wie Arnold Zweig kommen weniger bekannte, vergessene und periphere Autoren zu Worte. Stark präsent ist das Interesse an literarischer Komparatistik, vor allem der deutsch- bzw. österreichisch-polnischen. Darüber hinaus stehen folgende Themenkreise im Fokus dieses Buches: Krieg und Autobiografie, Krieg als Trauma und Erinnerung, Krieg in der Unterhaltungsliteratur sowie geschichtsphilosophische Perspektiven.

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Was wäre gewesen, wenn? Hannes Steins Roman Der Komet (2013) – ein Fall alternativer Geschichte: Österreich und die Welt ohne den Ersten Weltkrieg

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Wynfrid Kriegleder

Romane, die eine alternative Welt im Sinn einer virtuellen Historie entwerfen, sind in den letzten Jahren immer häufiger geworden. Es geht dabei nicht um fantastische Literatur, die einfach eine andere Welt konstruiert, wie dies J. R. R. Tolkien mit Middle Earth oder Terry Pratchett in seiner Discworld-Serie machen. Vielmehr spielen diese Romane erkennbar in der Erzählgegenwart oder der unmittelbaren Vergangenheit, allerdings in einer Welt, die gegenüber der realen mehr oder weniger stark verschoben ist, weil bestimmte historische Ereignisse nicht eingetreten sind und die Weltgeschichte daher eine andere Entwicklung genommen hat. Die deutsche Wikipedia2 listet im Artikel Aternativweltgeschichte an die 30 belletristische Texte dieses Genres auf, darunter auch den Roman Morbus Kithahara des österreichischen Autors Christoph Ransmayr. Der deutsche Bibliothekar Georg Ruppelt lieferte 2007 in seinem wenig analytischen, aber bibliografisch ergiebigen Beitrag Nachdem Martin Luther Papst geworden war und die Alliierten den Zweiten Weltkrieg verloren hatten. Literarische Alternativen zur besten der Welten3 eine Beschreibung entsprechender Bücher und verwies dabei vor allem auf Otto Basils bösen Roman von 1966, Wenn das der Führer wüßte, der von einem deutschen Sieg im Zweiten Weltkrieg ausgeht. Der Zweite Weltkrieg und der Nationalsozialismus haben überhaupt eine Fülle von Alternativgeschichten inspiriert. Ein ganz großer internationaler Erfolg war 1992 der Thriller Fatherland des britischen Romanciers Robert Harris, der im Jahr 1964 in einem alternativen Berlin spielt, wo die Nazis noch ←245 | 246→ immer an der Macht sind. Auch der renommierte amerikanische Autor Philip Roth hat...

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