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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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Vorwort

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Während eines langen Berufslebens an Hochschulen unterschiedlicher Art entstand ein besonderes Interesse und daraus eine ideengeschichtliche Forschungsreise. Sie wurde von Station zu Station spannender und dauert nun lange nach der Emeritierung immer noch an.

Das Berufsleben galt der Bildungsarbeit, ihrer Praxis und ihrer Theorie. Diese Praxis – die enge Zusammenarbeit mit Studierenden im natur- und technikwissenschaftlichen, im sozial- und geisteswissenschaftlichen, im philosophischen und erziehungswissenschaftlichen Hauptfach – hatte nicht bloß der fachlichen Ausbildung zu dienen, sondern vielmehr der Bildung in einem Sinn, den die ihr geltende Theorie vorgibt, nämlich die Anschauung dessen, was als das Verbindende aller Fächer und Arten der Ausbildung erscheint: die Herausbildung der Persönlichkeit der mit einander arbeitenden Personen.

Das besondere Interesse entstand aus der in Praxis und Theorie immer klarer als notwendig sich herausstellenden Unterscheidung und damit Beziehung zwischen Person und Persönlichkeit. Diese Beziehung wurde in die grundlegende Kurzformel gebracht: Die Person bildet ihre Persönlichkeit heraus. Diese Formel führt zur Grundlegung einer existentiell ausgerichteten Bildungsarbeit1 und spannt sich zwischen Philosophie und Psychologie aus. Denn hier wird Person als ein Grundbegriff der Philosophie (und insbesondere der praktischen Philosophie) verstanden, hingegen Persönlichkeit als ein Grundbegriff der Psychologie (insbesondere der Entwicklungspsychologie einschließlich der Psychiatrie).

Das hier vorgelegte Buch gilt nun nicht den psychologischen und psychiatrischen Theorien zur Persönlichkeit, ihrer Herausbildung oder Entwicklung, ihrer Förderungen und Störungen, sondern allein der grundlegenden existentiellen Frage, was es bedeutet, Person zu sein. Was es nicht nur...

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