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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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1 Person: Von der Lautgestalt zum Kern ihres Sinngehalts

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1 Person

Von der Lautgestalt zum Kern ihres Sinngehalts

Person. Indem wir diese kleine, feste Schriftgestalt lesen, hören wir sie als Lautgestalt. Indem wir sie hören, entnehmen und geben wir ihr einen mehr oder weniger klaren Sinngehalt. Bezeichnen wir nun eine Lautgestalt mit Sinngehalt als Begriff. Lesen und hören wir Person, so machen wir uns davon einen Begriff – mit dem wir uns je selbst bezeichnen und zu begreifen versuchen – „uns je selbst“, also je persönlich.

Unsere Betrachtung gilt zunächst (1) der Person als bloßer Lautgestalt, ihrer Herkunft und ihrer Ankunft in heute lebenden Sprachen und ihrer absehbaren Zukunft, sodann (2) dem schlichten Sinngehalt dieser Lautgestalt in unserer alltäglichen Sprache, schließlich entscheidend (3) dem Kern des Sinngehalts unseres Begriffs der Person.

1

Woher kommt die Lautgestalt (und dann Schriftgestalt), die in unserer Sprache Person heißt? Die Antwort ist einfach und frei von Zweifeln. Person kommt von persona her, aus dem Lateinischen. Aber woher kommt persona? Drei unterschiedliche Antworten sind besonders geläufig. Erstens, „persona kommt von personare her“, aus dem Lateinischen. Zweitens, „persona kommt von φersu her“, aus dem Etruskischen. Drittens, „persona kommt von prosopon (προσωπον) her“, aus dem Griechischen. Alle drei Antworten aber sind mit Zweifeln behaftet.

1.1

Die erste Antwort lautet, „persona kommt von personare her, und personare bedeutet durchtönen“. Diese Herleitung wurde schon in der römischen Antike ausgesprochen, so von dem Grammatiker Gavius Bassus2...

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