Show Less
Restricted access

Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

Show Summary Details
Restricted access

6 Aus der griechischen Vorgeschichte der persona christlichen Sinngehalts

Extract



Bevor mit dem nächsten Kapitel unsere Betrachtung zur Geschichte des christlichen Sinngehaltes der Wortgestalt persona beginnt, ist hier aus deren griechischer Vorgeschichte zu berichten, nämlich von Anregungen (1) aus dem Drama im altgriechischen Kult, (2) aus der prosopographischen Methode altgriechischer Grammatiker und (3) aus der neuplatonischen Philosophie des Plotin. Zu allen drei Bereichen werden die Texte, aus denen im Folgenden zitiert wird, einerseits auf die griechische Antike und andererseits schon auf die christliche Antike bezogen. Das Kapitel endet (4) mit einem kurz zusammengefassten Befund.

1

Zunächst zum Drama im altgriechischen Kult. Ein kurzer Text von August Vetter steht hier zu Betrachtung an: Der kultische Ursprung der Person78. Der Autor weist dort auf eines seiner früheren Werke79 hin, in welchem er ausführlich seine Ansicht darüber dargestellt hat, „welches Gewicht die urbildliche Herkunft des Personenbegriffs aus dem feierlichen Schauspiel des griechischen Altertums für das Sinnverständnis dieses Namens besitzt“80, das heißt, für das christliche Verständnis des Sinngehalts der heute sogenannte Person.

1.1

Dem soeben zitierten Hinweis in dem kurzen Text zum kultischen „Ursprung der Person“ schließen sich unmittelbar drei Sätze an, die jetzt gesondert zitiert und betrachtet werden, und zwar besonders kritisch, da sie hier als problematisch eingeschätzt werden, in mehrfacher Hinsicht.

Der erste Satz lautet: „Bekanntlich bezeichnet das Wort ursprünglich den Gottesdarsteller im kultischen Drama, und es ist dort aufs engste verknüpft mit...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.