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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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Die persona im frühchristlichen Diskurs

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Die folgenden drei Kapitel gehen von einer These aus, die wir auch als Entdeckung bezeichnen können. Diese These oder Entdeckung verdanken wir Robert Spaemann. Diesem nicht nur geistesgeschichtlich in der christlichen Tradition, sondern im christlichen, katholischen Glauben stehenden Philosophen hätte außer dem folgenden nochmals ein weiteres Kapitel in unserer Betrachtung gewidmet werden können, und zwar zwischen dem Kapitel über die Instruktion Dignitatis Personae einerseits und den Kapiteln über die Beiträge aus der analytischen Philosophie andererseits.

Denn Spaemann gibt den Argumenten gegen Tendenzen in der analytischen Philosophie, Person als „sortalen Begriff“ oder gar nur als „Phasensortal“ zu bestimmen und den Menschen nur unter bestimmten Bedingungen und nur in bestimmten Phasen seiner biologisch gesehenen Entwicklung als Person anzuerkennen und damit ethisch und also theoretisch höchst verfängliche und moralisch und also praktisch untragbare Folgen in Kauf zu nehmen, eine gewichtige Stimme.

Eben wegen des Gewichts dieser Stimme, die Spaemann für das an keine Bedingung gebundene Personsein des Menschen und gegen die Auflösung des Personseins in Bedingungen erhebt, sind seine Versuche über den Unterschied zwischen „etwas“ und „jemand“ über nun folgende Kapitel hinaus in manch weiteren Kapiteln beachtet. Diese besondere Beachtung bedeutet Hochachtung, jedoch nicht kritiklose Übernahme.

Denn die Unterscheidung zwischen „Etwas“ und „Jemand“ lässt das hier sogenannte Zwischen wie einen Nicht-Raum erscheinen, der heute, auch im Übergang von der analytischen zur praktischen Philosophie, durchaus als erfüllter Raum sich unseren Blicken öffnet. Nämlich als...

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