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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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Die persona im mittelalterlichen Diskurs

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Lassen wir die mittelalterliche Geschichte der persona bei Aurelius Augustinus (dem Bischof von Hippo) beginnen und vor Nikolaus Cusanus enden. Nehmen wir als den Anfang dieser Geschichte der persona die Schrift De Trinitate, die Augustinus in den Jahren um 400 verfasst hat. Nehmen wir als das Ende der mittelalterlichen Geschichte das Geburtsjahr des Cusaners 1401, der mit seinen Schriften schon mittelalterliches Denken aufbricht, so liegt eine Zeitspanne von eintausend Jahren vor unserem Blick. Er ist auf das Problem der Personalität gerichtet und zeigt uns:

Die abendländische Philosophie des Mittelalters ist von der christlichen Theologie und die ist geprägt von der Frage erstens nach der Personalität des dreifaltigen Gottes, nämlich nach den relationes, den Verhältnissen zwischen Pater et Filius et Spiritus Sanctus, der tres personae in unitate substantiae (vel essentiae) divinae, in der Einheit der göttlichen Substanz (oder Essenz), zweitens nach der relatio zwischen den zwei Naturen, der divina natura und der humana natura in unitate personae, in der Einheit der Person Jesu Christi – und drittens, lange eher beiläufig, nach der natura personae creatae, der Natur der geschaffenen Person (der Engel und der Menschen).

Dieser philosophisch-theologische, zunächst trinitarische und dann christologische Diskurs weitet sich im Lauf der Jahrhunderte mehr und mehr zum philosophisch-anthropologischen Diskurs aus, zur Frage nach der Personalität des Menschen. Personalität, diese hier gewählte, erst später aus persona künstlich gebildete Wortgestalt, als Personsein gemeint, hat in dem nach und...

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