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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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10 Boëthius: Die grundlegende definitio personae

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10 Boëthius

Die grundlegende definitio personae

Anicius Manlius Torquatus Severinus Boëthius (gest. 524) – in der griechischen und lateinischen Philosophie gelehrter Christ und römischer Konsul und wohl auch Stadtpräfekt von Rom, von oder vor Theoderich, dem König der Ostgoten, dessen „magister palatii“ er war, wegen seiner Beziehung zum römischen Kaiser fälschlich des Hochverrats bezichtigt, von Schergen des Theoderich in den Kerker geworfen und schließlich hingerichtet – ist bis heute berühmt vor allem durch sein Werk De consolatione philosophiae.

Diese Schrift über die Tröstung durch die Philosophie – sie ist viel stärker platonisch als christlich geprägt – verfasste Boethius in der langen Kerkerhaft. Den Konflikt der Kulturen im Rom jener Zeit bringt Arno Borst so auf den Punkt: „In diesen Jahren traten römisches Staatsdenken und katholische Universalität hier, germanisches Herrschaftsverständnis und arianische Landeskirche dort einander feindselig gegenüber.“148

Boethius wurde als Übersetzer und Kommentator von Schriften des Aristoteles bekannt und durch seine meist kurzen Schriften zu aktuellen theologischen Problemen, den später so genannten opuscula sacra, zu einem der maßgebenden Lehrer der römischen Kirche. Er war der wichtigste Vermittler zwischen Altertum und christlichem Mittelalter und galt den Nachkommen als „letzter Römer und erster Scholastiker“.

Sein literarisches Lebenswerk wurde maßgebend für die mittelalterliche Philosophie, und seine Fassung des Begriffs der persona wurde zur Grundlage des kritischen Diskurses, der bis in unsere Gegenwart nachwirkt. Noch einmal...

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