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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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12 Richard von St. Viktor: Die persona per se solum existens

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12 Richard von St. Viktor

Die persona per se solum existens

Richard von Sankt Viktor (gest. 1173), vermutlich in Hereford geboren – Chorherr im Kloster St. Viktor der Augustiner in Paris und wohl noch Schüler des berühmten Hugo von St. Viktor, nach dessen Tod sein Nachfolger im Kollegium der berühmten Ausbildungsstätte der Scholastik dort, dann Prior des Konvents – war über die Klostermauern hinaus (in deren Grenzen er manchem Hader ausgesetzt war, zum Beispiel mit dem von ihm bekämpften „zänkischen“ Abt Ervis, über den er klagte, er nähme ihm „das Wort aus dem Mund und die Feder aus der Hand“) einflussreich, und zwar offensichtlich nicht nur durch sein streitbares politisches Wirken – zum Beispiel an der Seite von Thomas Beckett gegen den englischen König Heinrich II. und an der Seite von Bernhard von Clairvaux gegen Abaelard – sondern vielmehr durch seine theologisch tiefgründigen Werke.

Wichtig für unsere Betrachtung ist Richards theologisches Wirken, soweit es die menschliche Person betrifft, theoretisch wie praktisch. In der Tradition des Augustinus von Hippo wie der neuplatonisch-christlichen Mystik des Pseudo-Dionysius-Areopagita (gest. im frühen sechsten Jahrhundert), der Frühscholastik des Anselm von Canterbury (gest. 1109) und seines Lehrers Hugo von St. Viktor (gest. 1141) kämpft

Richard für die Errichtung des Reichs Gottes in der Seele des Menschen. Richard versteht die Klosterschule als besondere Lebensschule des Einzelnen in der Gemeinschaft des Gläubigen, nämlich als Einheit aus Spiritualität und...

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