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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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13 Thomas von Aquin: Die Erhabenheit und innere Würde der Person

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13 Thomas von Aquin

Die Erhabenheit und innere Würde der Person

Thomas von Aquin (gest. 1274; italienisch Tommaso d’Aquino, lateinisch Thomas Aquinas oder kurz Aquinatus, der Aquinate, berühmtester Schüler des Albertus Magnus) – einer der einflussreichsten Philosophen und Theologen der abendländischen Geschichte, der princeps philosophorum im Dienste der Theologie der römisch-katholischen Kirche (und deren doctor angelicus, im Jahre 1323 heilig gesprochen), das Haupt der Hochscholastik, der Hohen Schule des christlichen Glaubens, der bedeutendste Kirchenlehrer aus dem Orden der Dominikaner – blickt auf die vielfach verwickelten Linien des zu seiner Zeit schon langen und immer noch streitigen Diskurses um die tres personae in der unitas Dei zurück, findet bei Boethius die nach wie vor überzeugende definitio personae und verteidigt sie in mehreren seiner wichtigsten Werke gegen vielerlei inzwischen erhobene Einwände, von denen wir die des Richard von Sankt Viktor im vorigen Kapitel hörten.

Die Gesamtheit der Ausführungen von Thomas zur persona sind eine einzige groß angelegte Verteidigung der Formel des Boethius: „persona est naturae rationabilis individua substantia“. Dieser Hinweis könnte uns genügen und ein eigenes Kapitel zu Thomas könnte sich erübrigen, wenn er in seinen (oft nach Art seines Lehrers Albertus Magnus auf Aristoteles sich stützenden und mit christlicher Theologie verbundenen) Argumenten für die Formel des Boethius nicht einige neue, stark nachwirkende Akzente gesetzt hätte. Ihretwegen also das hier vorgelegte Kapitel.

Unsere Hauptquelle ist das Werk, an dem Thomas...

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