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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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18 Descartes und Spinoza fangen mit der persona nichts an

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18 Serveto

Sein Ende – der Anfang der neuen Geschichte des Begriffs der Person

Miguel Serveto y Reves, genannt Michael Serveto, auch Servede und Servetus oder kurz Servet (gest. 1553), den dieses traurigste Kapitel unserer ganzen Betrachtung zu würdigen versucht, spielt in der Geschichte des Begriffs der Person eine Rolle, die auf ersten Blick klein zu sein scheint. Dem entsprechend könnte dieses Kapitel kürzer als jedes voranstehende sein. Doch die tragische Lebensgeschichte dieses bedeutenden Mediziners und kritischen Theologen und freidenkenden Humanisten verlangt den zweiten, den tiefer eindringenden Blick, der einen noch kaum bemerkten, aber entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte des Begriffs der Person zur Zeit der Reformation freilegt:

Das einheitliche katholische und das vielheitliche protestantische Lager sind sich ungeachtet ihrer dogmatischen Streitigkeiten einig in der herkömmlichen Auslegung der göttlichen Dreieinigkeit, der tres personae in dem einen Gott. Und eben diese Einigkeit der Lager und damit die von ihnen festgehaltene göttliche Einheit aus drei göttlichen Personen und damit der Begriff der Person wird von Servet einer vernichtenden Kritik unterzogen – mit schrecklichen Folgen für sein Leben – und mit gewichtigen Folgen für die Philosophie der Person.

Miguel Serveto y Reves, im allerkatholischsten Spanien in die angesehene katholische Familie eines Notars hineingeboren, zu Villa Nueva de Sigena in Aragon, studiert schon früh islamische und jüdische Literatur, den Koran und Schriften von Rabbinern, die sich gegen die christliche Dreifaltigkeitslehre und Heiligenverehrung wenden, den Marienkult inbegriffen. Er studiert...

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