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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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20 Hobbes: Der Pfiff der frühen Aufklärung, die säkularisierte Person

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20 Suarez und Pufendorf

Personsein als moralischer Status des Menschen

Seit dem dreizehnten Jahrhundert, seit Alexander von Hales ist in der von ihm grundgelegten franziskanischen Hohen Schule der trinitarischen und christologischen und dann auch anthropologischen Philosophie persona das nomen moris, der Name der Sittlichkeit, der Titel auch je des einzelnen Menschen als ens morale, als sittliches Wesen. Diese Tradition, verdeckt unter dem Humanismus der Renaissance und ihrer Folgen, bricht aber nie ab.

Hier sind nun zwei Gelehrte zu nennen, die ungeachtet der unterschiedlichen Zeit und Lage ihres Lebens doch ideengeschichtlich miteinander verbunden sind: Francisco Suarez und Samuel Pufendorf. Denn sie führen die Tradition der persona als ens morale weiter und wirken bis heute nach. Was sie zur menschlichen Person zu sagen haben, das wird in diesem Kapitel nicht original zitiert, sondern den Übersetzungen und Auslegungen von Theo Kobusch entnommen, dem wir den Hinweis auf diese zwei Autoren verdanken. Bei seinen Ausführungen knüpfen unsere eigenen Auslegungen an.

1

Francisco Suárez (gest. 1617), der „doctor eximius“, der „ungemein gelehrte“ spanische Theologe aus dem Orden der Jesuiten, die das Papsttum gegen die Reformation zu schützen hatten, steht hier für alle mehr oder weniger bekannten katholischen Theologen, die den Diskurs um die göttliche, um die gottmenschliche und um die menschliche Personalität durch die Zeit der Renaissance und der Reformation weiterführten. Und Suarez steht hier – ganz anders als Michael Servet – für das Ende der alten...

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