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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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Die Person im neuzeitlichen Diskurs

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Zur Vermeidung des Streits um die Abgrenzung der „Vormoderne“ von der „Moderne“ von der „Postmoderne“ wird hier der altmodische Begriff der „Neuzeit“ verwendet. Damit ist meistens die Zeitspanne von etwa 1500 bis zur Gegenwart zivilisierter Gesellschaften gemeint, deren „neuere Geschichte“. Aus dieser wird hier wie auch sonst die Ideengeschichte betrachtet, und aus dieser die neuere Geschichte des Begriffs der Person.

Wir haben aus dieser neueren Ideengeschichte bereits den schon in die Neuzeit hineinwirkenden Humanismus der Renaissance beachtet, so auch Luther und Serveto und kurz auch Descartes und Spinoza. Wir sahen, wie im Renaissance-Humanismus das individuum auftritt und die persona in den Schatten tritt, aus dem philosophischen Diskurs verschwindet und für Descartes und Spinoza keine Rolle mehr spielt. Erst bei Leibniz tritt die persona wieder auf, zwar viel weniger in seiner Lehre von den Monaden, aber viel mehr in seiner Entgegnung auf John Locke, dem wir uns dann zuwenden werden.

Der neuzeitliche philosophische Diskurs um die Person ist bis weit ins zwanzigste Jahrhundert anthropologisch zentriert, es geht um die Personalität der Menschen, um ihr Personsein und auch um ihre Persönlichkeit. Dieser philosophisch-anthropologische Diskurs zehrt auch in der Neuzeit, wie wir zum Beispiel bei Suarez gesehen haben, vom theologischen Erbe. Obwohl es im Laufe der Jahrhunderte sich nach und nach aufzuzehren scheint, wirkt dieses Erbe bis in unsere Zeit nach.

Es wirkt nach wie vor, mehr oder weniger stark, mehr oder weniger eingestanden, im philosophischen Diskurs um menschliche Personalität nach,...

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