Show Less
Restricted access

Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

Show Summary Details
Restricted access

24 Hume: Die eingebildete und die gefühlte Identität der Person

Extract

24 Hume

Die eingebildete und die gefühlte Identität der Person

David Hume (gest. 1776) – getauft als David Home, im schottischen Edinburgh als zweiter Sohn des verarmten und als Notar tätigen Joseph Home of Ninewells geboren und ohne Erbteil – schafft sich nach Abbruch eines dreijährigen Studiums der Rechtswissenschaft und einer kurzen Tätigkeit als Kaufmannsgehilfe in materiell kargen Verhältnissen stets Raum für sein privates, einsames, gründliches Studium philosophischer Werke. Zunächst in Ninewells, dann nach Aufenthalten in Paris und Reims seit 1735 in La Flèche bei Le Mans an der Loire (wo Descartes im Kloster der Jesuiten zur Schule gegangen war). Dort arbeitet Hume zwei Jahre lang in der Stille an der Fertigstellung des Werks, das im Mittelpunkt unserer Betrachtung stehen wird: A Treatise of Human Nature.

Diese Schrift bringt Hume 1739/40 heraus – anonym und doch bald erkannt – und findet damit zunächst kaum Beachtung, und wenn überhaupt, dann kritische und überwiegend feindliche Reaktionen, die zu seinem Ruf als Atheist, Materialist, Amoralist führen und zum Scheitern seiner Bewerbungen auf Lehrstühle der Philosophie (1745 in Edinburgh und 1751 in Glasgow) beitragen. Hume, der später berühmte Philosoph ohne Universitätskarriere, gilt als der nach Locke zweite maßgebende Vertreter der britischen Aufklärung in ihrer frühen Gestalt als Rationalismus aus sensualistisch gefasstem Empirismus, nun aber verschärft zum Skeptizismus gegen die hergebrachte Metaphysik.

Hume setzt seinen philosophischen Skeptizismus dem herrschenden Dogmatismus rigoros...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.