Show Less
Restricted access

Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

Show Summary Details
Restricted access

27 Hegel: Niedrigkeit und Hoheit der Person

Extract

27 Hegel

Niedrigkeit und Hoheit der Person

Georg Wilhelm Friedrich Hegel (gest. 1831) bringt gegen Locke, Hume und Kant die traditionelle Metaphysik – neu verwoben mit heraklitischen und plotinischen und vielen anderen antiken Ideenfäden – auf seine ganz eigene, genialische, sehr eigentümliche Art wieder zu einer Geltung, die immer dann Fragen aufwirft, wenn er auf die Welträtsel apodiktische Antworten gibt, als wären sie in seinem subjektiven Geist der unüberhörbare Widerhall des absoluten Geistes.

Hegel ist Philosoph der Entwicklung, doch seine Sprache ist verwickelt. Es ist, wie wenn er auf nachbiblische Weise sagen wollte, „es werde Licht“, und dabei dunkel raunt. Er schreibt schwerfällig und wie aus aller Erdenschwere weit abgehoben zugleich. Seine Dialektik – die dem Lebenskampf des absoluten Geistes in dessen fortlaufender Thesis und Antithesis und Synthesis folgen will – setzt vieles ins Zwielicht und letztlich schwäbisch-preußisch, behaglich-staatlich alles in einen monarchiefrommen Standpunkt, der dann bald explodiert und ein Feuerwerk der Kritik seitens Jüngerer freisetzt, die nicht seiner Jünger sein wollen. Kierkegaard zur Rechten und Feuerbach zur Linken, dann Marx und viele andere.

Kant hatte vor der Neigung der rein theoretischen Vernunft gewarnt, sich spekulativ zu überheben und aus bloßen, vermeintlich einfachen Begriffen (wie etwa Substanz) ebenso gewagte wie falsche Schlüsse zu ziehen und diese Paralogismen als unumstößliche Lehrsätze auszugeben. Hegel aber bestimmt die „immanente Entwicklung einer Wissenschaft“ besonders betont als die „Ableitung ihres ganzen Inhalts aus dem einfachen Begriffe...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.