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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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49 Jaspers: Existenz in der Grenzsituation

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49 Jaspers

Existenz in der Grenzsituation

Karl Jaspers (gest. 1969) kommt aus der Medizin über die Psychologie und Psychiatrie, die ihm das Standardwerk Allgemeine Psychopathologie verdankt, aus innerer Notwendigkeit zur Philosophie, die ihm eine Reihe sehr lesenswerter Bücher über ihre Klassiker verdankt, und begründet die von ihm sogenannte Existenzphilosophie. Er bringt 1932 (also wenige Jahre nach Heideggers Sein und Zeit) sein dreibändiges Hauptwerk Philosophie1358 heraus, dessen zweiter Band im Mittelpunkt unserer Betrachtung steht: Existenzerhellung.

Über das Werk von Heidegger schreibt er: „Die Anklänge, die ich … an mein Philosophieren spüre, beruhen auf der Gemeinsamkeit der Herkunft, vor allem aus Kierkegaard, Nietzsche, Hegel, Meister Eckardt, Plotin u. a. Aber ich meine fast immer, im Vergleich zu dem, wie ich jenes Denken erfahre und aneigne, gleichsam ein verzerrendes Spiegeln jener Überlieferung zu sehen. Diese Analogien, die jeweils aus einer ganz anderen Mitte ihren Sinn haben, werden gerade darum so abstoßend. Es scheint ein selbes zu sein und ist gar nicht dasselbe.“1359

Die Mitte, aus der Jaspers philosophiert, ist auch die Mitte unserer Betrachtung, nicht nur in diesem Kapitel. Er stellt nicht die sich überhebende Frage nach dem Sinn von Sein, sondern sucht den durchaus praktischen, den verbindlichen Sinn der menschlichen, wie wir sagen, der personalen, der je ganz persönlichen (und nicht etwa privaten) Existenz zu erhellen.

Er schreibt: „Existenzerhellung ist nicht Ontologie“1360 – und, so sei hinzugesetzt, schon gar nicht Fundamentalontologie. Die Sätze gleich...

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