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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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50 Berdjajew: Die Person, das Bild und Gleichnis Gottes im Menschen

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50 Berdjajew

Die Person, das Bild und Gleichnis Gottes im Menschen

Nikolai Alexandrowitsch Berdjajew (gest. 1948) kommt hier zu Wort als eine maßgebende Stimme aus dem Kreis russischer Religionsphilosophen, in deren Denken die Person und die Existenz miteinander verbunden sind. In einer Weise, die zu unserem Begriff der personalen Existenz beiträgt. Das Lebenswerk von Berdjajew ist eine besondere philosophische Reaktion auf die Gräuel der Kriege zwischen den politischen, den gesellschaftlichen, den wirtschaftlichen und besonders den ideologischen Systemen seiner Zeit. Eine persönlich bekennende Antwort auf die existentiellen Fragen vieler Menschen bis in unsere ganz andere Zeit.

Der junge Nikolai, Sohn einer russischen Adelsfamilie, wird in einer Kadettenanstalt erzogen, studiert an der Universität Kiew, wendet sich schon früh gegen die Adelsgesellschaft und wird Marxist. 1898 wegen seiner revolutionären Aktivitäten unter der Herrschaft des Zaren Nikolaus II. für drei Jahre in das Gouvernement Wologda verbannt, arbeitet er nach seiner Rückkehr als freier Publizist und bei einer marxistischen Zeitschrift. Allmählich wendet er sich vom Marxismus ab und der neukantianischen Philosophie zu. Inspiriert vor allem von dem Religionsphilosophen Wladimir Solowjow, strebt er eine Vereinigung von Marxismus und russisch-orthodoxem Christentum an. 1919 gründet er die „Moskauer Freie Akademie für Geisteskultur“. Seine offen gezeigte kritische Haltung gegenüber der sowjetischen Ideologie führt 1922 zu seiner Ausweisung.

Berdjajew geht ins Exil nach Berlin, wo er eine „Religionsphilosophische Akademie“ gründet. Er begegnet Max Scheler, Oswald Spengler...

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