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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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Ausblick

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Das Ende einer Betrachtung ist der Anfang einer neuen Betrachtung. Das Geheimnis, das wir alle je selbst uns je selbst sind und das wir Person nennen, verlangt eine Achtung, die über die Grenzen jedweder Betrachtung hinausgeht. Achtung ist mehr als Betrachtung, denn diese ist Auslegung. Das Ende einer Auslegung ist der Anfang einer weiteren Auslegung.

Mit der Person – mit der Geschichte dieses Begriffs, mit dem wir uns einander und je selbst zu begreifen versuchen – ist es wie mit jeder anderen großen Erzählung. Sie lässt sich unzählige Male erzählen, und jedesmal hören wir etwas Anderes heraus. Nichts ist beliebig, nichts unbedeutend, nichts unverbindlich. Aber nichts ist endgültig. Denn wir sind uns je selbst und einander, wie wir immer wieder erleben, ein je einzigartiges, unauslotbar tiefes Geheimnis.

1

Hier über das Ende unserer langen Betrachtung hinaus nur drei Beispiele für eine neue Betrachtung, und zwar immer noch innerhalb des Rahmens abendländischen, westlichen Denkens.

1.1

Ein erstes Beispiel ist ein von Oliver W. Lembcke und Anderen herausgegebener Sammelband1574 unter dem zunächst engeren Titel Person und Rechtsperson und dem dann weiter ausgespannten Untertitel Zur Ideengeschichte der Personalität. Aber auch dieser Untertitel lässt noch nicht ahnen, in welche Weite die hier versammelten Artikel von siebzehn Autor/inn/en (zu denen auch Theo Kobusch zählt, der in unserer Betrachtung mehrfach zu Wort gekommen ist) vorstoßen.

Schon ein vorheriger (erster) Band...

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