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Zur Poetologie der «stanzen» Ernst Jandls

Lydia Haider

Wie kann ein möglichst genaues und vollständiges Bild der stanzen-Poetologie aussehen? Dieses Buch unternimmt eine ausführliche Zusammenfassung der bisherigen Forschungsergebnisse als Grundlage für die daran anschließende Analyse der Performance, der unveröffentlichten stanzen-Texte, der Beziehungen der Texte im stanzen-Band und in peter und die kuh sowie für die Erörterung eines durchgängigen «Dritten»-Motivs. Gleichermaßen werden literaturkritische Fragen beleuchtet, unter anderem: Warum sind die stanzen immer wieder lesbar? Was macht sie zu Literatur? Worin liegt ihre Außergewöhnlichkeit? Die CD most der Band Attwenger wird ebenfalls betrachtet.

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Vorwort

Vorwort

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Bereits 1985 stellt Wendelin Schmidt-Dengler zum literaturwissenschaftlichen Umgang mit den Texten Ernst Jandls fest, dass diesbezüglich eine methodische Neubesinnung vonnöten ist: Alles wird über die Interpretation infrage gestellt, auch die Interpretation selbst  – was nicht zum Verzicht auf „diskursive Mühe“1 führen soll. Und er konzediert damit einhergehend den Texten Jandls Identität und Innovation  – im Sinne von Individualität.2 Obwohl die stanzen erst etwa 6 Jahre später entstehen, treffen diese Aussagen auch ganz und gar auf sie zu: Es braucht neue Mittel und Verfahren, um den Texten gerecht zu werden und ihre Individualität zu fassen.

Wichtig ist, „sich auf Jandls Texte als Texte einzulassen“3, so Schmidt-Dengler. Und auch im Metzler Literaturlexikon von 2007 ist die Rede davon, dass „mittlerweile in der Literaturwissenschaft die Literaturwissenschaft eine größere Rolle spielt als die Literatur [selbst]“4. Somit scheint eine Betrachtung der stanzen sinnvoll, die einerseits näher am Text bleibt und sich auf die Lektüre einlässt, und andererseits über die literaturwissenschaftlichen Grenzen hinausgeht. Ersteres gelingt Michael Hammerschmid mit zwei Analysen der stanzen in den Jahren 2005 und 20085, auf den zweiten erwähnten Aspekt weist 2011 auch Johann Georg Lughofer hin und betrachtet die stanzen unter kulturwissenschaftlichen Aspekten.6

Die vorliegende Auseinandersetzung versucht nun, beide Ansätze zu rekapitulieren, den bisherigen Forschungsstand ausführlich zu skizzieren und darüber hinaus noch nicht oder weniger beachtete Bereiche auszuleuchten, so etwa jenen der Performance7 und den der unveröffentlichten Texte. Ein Vergleich...

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