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Spielarten der Populärkultur

Kinder- und Jugendliteratur und -medien im Feld des Populären

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Edited By Ute Dettmar and Ingrid Tomkowiak

Populärkultur war und ist ein zentraler Teil der Jugendkultur, zunehmend auch der Kinderkultur. Zugleich partizipieren Kinder- und Jugendliteratur und -medien an der global, in multimedialen Bezugssystemen agierenden Populärkultur. Die Beiträge gehen den vielfältigen wechselseitigen Beziehungen zwischen beiden Bereichen in historischen und gegenwärtigen Entwicklungen nach. Sie untersuchen «Dimensionen und Dynamiken» der Popularisierung vom 19. Jahrhundert bis hin zu aktuellen Entwicklungen des seriellen, transmedialen Erzählens, zeichnen entlang populärer Figuren, wie dem Golem oder Heidi, Formen der «(Re)Präsentation» nach, verfolgen «Aushandlungen» im Feld des Populären, beleuchten «Schnittstellen und Interferenzen» und untersuchen charakteristische «ästhetische Strategien» in Bildmedien und Literatur.

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Kinder- und Jugendliteratur und Populärkultur: Eine Beziehungsgeschichte

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Ute Dettmar

Abstract: Initially following the footsteps of Sherlock Holmes, this article explores the dynamic relationship between children’s and young adult literature and popular culture, and also systematically shows how dynamic exchange processes with diverse intertextual and intermedial connections develop in current serial and transmedial narratives.

Kinder und Jugendliche zählen bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert zu den begeisterten RezipientInnen der expandierenden, sich entgrenzenden und ausdifferenzierenden Populärkultur; sie nutzen ihre Verbreitungsmedien, von den Zeitschriften über die Heftliteratur bis hin zum Kino. Die Kinder- und Jugendliteratur als literarisches Handlungs- und Symbolsystem ist darüber hinaus grundsätzlich eng mit der Populärkultur, ihren Formen und Funktionen verbunden – das ästhetische Repertoire populärer Erzählformen, wie Anschaulichkeit und Zugänglichkeit, Unterhaltung, Spannung und Emotionalisierung, bezieht Texte in der Tradition des prodesse et delectare zudem bereits seit der Entstehung der spezifischen Kinder- und Jugendliteratur im 18. Jahrhundert in ihre Wirkungsstrategien ein.1 An der Populärkultur, die im Anschluss an die neuere Forschung als ein vielschichtiges, aufeinander bezogenes und sich dynamisch entwickelndes Zusammenspiel von kommerziellen Produktionskontexten, kulturellen Aneignungspraktiken, Wahrnehmungs- und Bewertungsroutinen sowie der Ästhetik des populären Erzählens mit ihren spezifischen Imaginationsräumen und Identitätsangeboten zu verstehen ist (vgl. Kelleter 2012; Jacke/Kleiner 2012, S. 52 ff.), partizipieren kinder- und jugendliterarische Medien seit dem „Aufstieg der Massenkultur“ (Maase 1997) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Diese Beziehungsgeschichte ist seither geprägt von vielerlei Attraktionen und Verwerfungen. Mit den diskurs- und mentalitätsgeschichtlich wirkmächtigen symbolischen K...

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